Merz betont Zusammenhalt mit Dänemark und Grönland: Deutschland rückt zusammen

Friedrich Merz, der aktuelle deutsche Bundeskanzler und CDU-Parteichef, betont gegenüber Dänemark und Grönland erneut die deutsche Unterstützung. Am Rande einer Berliner Medienveranstaltung führte Merz Gespräche mit den Regierungschefs beider Länder und versprach verstärkte Solidarität.

heute 14:39 Uhr | 4 mal gelesen

Ganz offen gesagt, manchmal bekommt man das Gefühl, politische Solidaritätsbekundungen seien nicht mehr als freundliche Floskeln. Doch diesmal scheint es anders: Friedrich Merz, keine faulen Kompromisse gewohnt, suchte in Berlin bewusst den engen Austausch mit Mette Frederiksen und Jens-Frederik Nielsen, den Chefs von Dänemark und Grönland. Laut Regierungsstatement hat Merz die Unterstützung Deutschlands „ohne Einschränkung“ zugesichert. Das klingt erstmal nach klassischer Diplomatie – jedoch ließ er anklingen, dass Deutschland als Teil Europas und der NATO künftig noch stärker im Hohen Norden mitmischen will, wenn es um Fragen der Sicherheit geht. Die Worte 'gemeinsames transatlantisches Interesse' ploppen schnell auf – doch wenn man zwischen den Zeilen liest, ist da auch ein klitzekleines Signal: Deutschland meint es dieses Mal wohl ernst. Sicherheitsfragen, Klima, geopolitische Lage, Eisschmelze – die Herausforderungen im arktischen Raum nehmen zu und Deutschland kann es sich einfach nicht leisten, abzuwarten. Natürlich bleibt zu hoffen, dass auf große Worte auch konkrete Taten folgen.

Der Kanzler versucht ganz offensichtlich, mit Dänemark und Grönland eine engere sicherheitspolitische Zusammenarbeit voranzutreiben. Dies geschieht vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Spannungen im Nordatlantik – das zeigte jüngst zum Beispiel die verstärkte russische Militärpräsenz in der Arktis. Dänemark selbst ist infolge dieser Entwicklungen noch näher an die NATO herangerückt und Grönland rückt wegen seines strategischen Eisschildes zunehmend in den Blickpunkt – Stichwort: Klima und Rohstoffe. Nach Recherchen von deutschen Nachrichtenportalen ist die Sicherheit des Hohen Nordens zuletzt verstärkt Thema in Berlin und Brüssel: So berichtet die FAZ beispielsweise, dass die EU und NATO ihre strategische Präsenz im Arktisraum ausbauen und auch Deutschland sich darauf vorbereitet, mehr Verantwortung zu übernehmen (Quelle: www.faz.net). Die Süddeutsche nochmals betonte, dass Dänemark seit den jüngsten Vorfällen im Grenzgebiet auf engere Sicherheitsabsprachen insbesondere mit Deutschland setzt (Quelle: www.sueddeutsche.de). Und die Taz hebt den wachsenden Einfluss externer Akteure wie China in Grönland hervor – auch das fließt in die sicherheitspolitischen Überlegungen der Bundesregierung ein (Quelle: www.taz.de). Insgesamt ist deutlich: Die regionalspezifische Sicherheitslage erfordert tatsächlich mehr als Lippenbekenntnisse.

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