In der laufenden Debatte um die Reform der Erbschaftsteuer positioniert sich die SPD klar für ein einheitliches Vorgehen auf Bundesebene und lehnt regionale Sonderwege kategorisch ab. Laut Miersch profitieren die allermeisten Unternehmen und Erben von den SPD-Plänen durch großzügige Befreiungen und verlängerte Zahlungsfristen – was besonders mittelständischen Betrieben helfen soll. Ein föderaler Flickenteppich, wie von Bayern gefordert, würde die Unterschiede zwischen armen und reichen Regionen nur vergrößern und letztlich den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Frage stellen. Zusätzlich: In den vergangenen Tagen berichten verschiedene Medien, dass Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) Vorbehalte gegen eine stärkere Vermögensbesteuerung äußerte und stattdessen auf Entlastungen für kleine und mittlere Unternehmen setzt. Zugleich greift die Debatte um Vermögens- und Erbschaftsteuer mit Blick auf den Sozialstaat auch auf andere Gerechtigkeitsfragen über, etwa wie notwendige Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Klimaschutz finanziert werden sollen. In anderen Regionen Europas, wie Frankreich oder Spanien, werden aktuell ebenfalls progressive Erbschaftssteuermodelle diskutiert, wobei jeweils die Balance zwischen Wettbewerbsfähigkeit und sozialer Gerechtigkeit entscheidend ist.