Schon seit geraumer Zeit, so hört man aus dem Kanzlerumfeld, ist das Vertrauensverhältnis zwischen Merz und Spahn angeknackst. Aus parteiinternen Kreisen heißt es, Merz sei sich wohl bewusst, wie viel Unruhe oder gar Sprengkraft Spahn entfalten könnte – insbesondere, wenn er außen vor bliebe. Umso wichtiger sei es den Beteiligten, eine Lösung zu finden, bei der beide ihr Gesicht wahren können. Spekuliert wurde, ob Spahn vielleicht auf den Stuhl des Berliner Bürgermeisters Kai Wegner wechseln könnte; rein praktisch scheint das aber so wahrscheinlich wie ein Lottogewinn zu sein – weder will Wegner freiwillig weichen, noch scheint Spahn Lust auf diesen Job zu haben. Bleibt noch die Option, ihm ein Ministeramt anzubieten, etwa das Verkehrsministerium, nachdem Minister Patrick Schnieder sich unlängst einen offenen Disput mit Merz vor der gesamten Fraktion geleistet hatte – nicht gerade förderlich für seine Jobperspektiven. Falls Spahn wirklich ins Kabinett zieht, könnte Thorsten Frei, derzeit Kanzleramtsminister, seinen Fraktionsjob übernehmen. Frei wiederum könnte von Günter Krings abgelöst werden, der von Merz noch unlängst – allerdings erfolglos – als Chef der Konrad-Adenauer-Stiftung ins Gespräch gebracht wurde. Merz will das Ergebnis der Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz abwarten. Ändert sich am schlechten Umfragebild der CDU nichts, könnte der Personalumbruch im Frühjahr kommen – und zwar pünktlich zur turnusmäßigen Wahl des Fraktionsvorsitzenden. Vorgreifende Entscheidungen scheint es nicht zu geben, immerhin, ein bisschen politischer Nervenkitzel ist noch drin.
Der sich abzeichnende Machtkampf zwischen Friedrich Merz und Jens Spahn könnte im Frühjahr nach den Landtagswahlen neue personelle Weichenstellungen in der CDU nach sich ziehen. Sollte das Klima für die Partei nicht deutlich günstiger werden, stehen konkrete Änderungen bei Schlüsselposten im Raum: Spahn könnte ins Kabinett wechseln, womit Thorsten Frei die Fraktionsführung übernehmen und Günter Krings eine neue Rolle erhalten könnte. Ergänzend berichten mehrere deutsche Medien übereinstimmend über zunehmende parteiinterne Unruhe, insbesondere wegen des schwächelnden CDU-Profils im Bund, einem wachsenden Generationenkonflikt unter den Abgeordneten und der Sorge, die CDU verliere weiter Wahlsubstanz an andere Parteien wie die Grünen oder, in Teilen, die AfD. Auffällig ist, dass auch Merz zunehmend wegen seines Führungsstils und seiner inhaltlichen Ausrichtung innerhalb der Partei angezählt wird. Neuere Analysen betonen, wie entscheidend die kommenden Wochen für die Neuausrichtung und die Machtbalance in der CDU sein könnten. Besonders Medien wie FAZ, Süddeutsche und taz spitzen die Spekulationen um die Fraktionsspitze und mögliche Ministerwechsel weiter zu.