„Die Wirtschaft leidet – das merkt längst jede mittelständische Firma, nicht nur die Analysten in Berlin“, erklärte Alexander Schweitzer jüngst gegenüber der Funke-Mediengruppe. Dem SPD-Vize bereitet der zunehmende Pessimismus hinsichtlich 2026 spürbare Sorgen: „Erst waren wir optimistisch, aber mittlerweile zeichnet sich ein düstereres Bild ab. Das betrifft viele – von Angestellten bis zu Unternehmenslenkern.“
Schweitzer zeigte sich ungewohnt offen kritisch gegenüber Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU): Statt sich öffentlich zu berententhemen zu äußern, solle sie ihren Fokus stärker auf die Stützung der deutschen Leitindustrien richten, so sein klarer Tonfall. Chemie, Biotechnologie, Automobile und Stahl – diese Branchen seien Pfeiler des Wohlstands und dürften nicht im Debattendschungel verloren gehen.
Von der Bundesregierung fordert er das, was fast nach „Back to Basics“ klingt: Weniger Papierkram, mehr Digitalisierung, zügigere Bewilligung von Bauprojekten – damit das bereitstehende Infrastrukturkapital auch wirklich ankommt. Den Ministerpräsidenten sei auch wichtig, dass im Zusammenspiel mit Kanzler Merz endlich das geplante Modernisierungspaket tatsächliche Fahrt aufnehme.
Nicht zuletzt plädiert Schweitzer für Durchhaltevermögen und Zusammenarbeit statt Scharmützel auf offener Bühne: „Streit in der Koalition hilft niemandem – weder auf dem Bau noch im Büro.“ Ein schlichtes Fazit, aber manchmal ist es ja das Offensichtliche, das zu oft untergeht.
Schweitzers Appell trifft eine empfindliche Stelle: Während aktuelle Konjunkturprognosen auf eine schleppende Erholung der deutschen Wirtschaft hinweisen, wächst vielerorts der Druck auf die Politik, Hindernisse wie ausufernde Bürokratie und zähe Planungsverfahren in den Griff zu bekommen. Bemerkenswert ist Schweitzers öffentliche Kritik an Wirtschaftsministerin Reiche, die laut mehreren Medienberichten mit ihrer Fokussierung auf Randthemen an Rückhalt verliert – von den Baustellen Digitalisierung und zukunftsträchtige Investitionen ganz zu schweigen. Gleichzeitig mehren sich von Verbänden und Ökonomen die Stimmen, dass Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit akut gefährdet sei, falls die angekündigten Modernisierungsschritte nicht zügig und konsequent umgesetzt werden.