16 Prozent der Menschen hierzulande halten ihren Arbeitsplatz inzwischen für unsicher – so hat es eine aktuelle EY-Untersuchung ans Licht gebracht, über die auch die „Welt“ berichtete. So hoch stand das Stimmungsbarometer zuletzt im Jahr 2009, kurz nach der Finanzkrise. Henrik Ahlers, Vorstandschef bei EY, fasst es wenig beschönigend zusammen: 'Es ist ein schleichender Vertrauensverlust.' Beunruhigend ist, dass die Zahl derjenigen, die um ihre berufliche Existenz bangen, im Vergleich zum letzten Jahr erneut gewachsen ist – um drei Prozentpunkte. Seit 2023 sind es sogar fünf Punkte mehr.
Interessant, wie das Alter und das Gehalt die Sorgen relativieren oder verstärken. Die ältere Generation – die Babyboomer – bleibt vergleichsweise entspannt: Lediglich zehn Prozent (übrigens auch nicht wenig) sorgen sich hier. Bei den 36- bis 45-Jährigen ist die Angst bereits deutlich ausgeprägter, während bei unter 35-Jährigen sogar mehr als jeder Fünfte ins Grübeln gerät – da scheint ein Schatten über dem Aufbruch zu liegen.
Auch wenig überraschend, aber trotzdem bitter: Wer weniger verdient, fürchtet öfter, bald ganz leer auszugehen. Unter denen mit unter 25.000 Euro bloßem Jahreseinkommen ist es mittlerweile mehr als ein Drittel, bei Topverdienern ab 70.000 Euro aber nur noch acht Prozent.
Dazu passt, dass die optimistischen Erwartungen an die eigene finanzielle Zukunft zurückgehen. Gerade mal 17 Prozent hoffen auf ein Plus im Portemonnaie, während ein Viertel eher mit Einbußen rechnet. Der Pessimismus hält sich also beharrlich, das mittlerweile schon im vierten Jahr in Folge. Ahlers findet dafür klare Worte: Die Skepsis gegenüber der Wirtschaft, des eigenen Geldbeutels und dem ganzen Standort Deutschland sitzt tief, nicht zuletzt wegen Krisen, Unsicherheiten und düsteren Nachrichten. Kein Wunder, dass größere Einkäufe meist vertagt werden.
Die Arbeitsplatzsorgen sind in Deutschland auf einem Niveau, wie es seit der Wirtschaftskrise 2009 nicht mehr zu beobachten war. Besonders Jüngere und Menschen mit niedrigerem Einkommen geben an, sich vor Jobverlust zu fürchten – während ältere Generationen und Besserverdienende entspannter bleiben. Der Trend zu mehr Pessimismus in Bezug auf Jobsicherheit und persönliche Finanzen hält bereits mehrere Jahre an.
Neue Berichte (z.B. bei der 'Zeit' und der 'FAZ') bestätigen, dass Deutschlands Konjunktur weiter schwächelt: Hohe Energiekosten, geopolitische Unsicherheiten und Digitalisierung setzen viele Branchen unter Druck. Die Regierung diskutiert über gezielte Konjunkturpakete, während viele Unternehmen auf Einstellungsstopps oder sogar Stellenabbau setzen – besonders in Industrie und Mittelstand. Gleichzeitig boomen kurzfristige Beschäftigungsformen und prekäre Jobs, was die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich antreibt.