Möller plant Kandidatur für AfD-Vizeposten – Machtverschiebung im Schatten Höckes

Stefan Möller aus Thüringen, engster Gefolgsmann von Björn Höcke, steigt ins Rennen um das stellvertretende Amt an der AfD-Spitze ein und lässt den bisherigen Amtsinhaber Stephan Brandner zurücktreten.

heute 13:39 Uhr | 3 mal gelesen

Laut Meldung der „Welt“ will Stefan Möller, Co-Landesvorsitzender der AfD in Thüringen und langjähriger Vertrauter von Björn Höcke, beim Bundesparteitag Anfang Juli in Erfurt als stellvertretender Bundesvorsitzender antreten. Interne Absprachen gab es offenbar schon im Vorfeld – nicht nur mit Höcke, sondern auch mit Alice Weidel, Tino Chrupalla und dem Netzwerk um Sebastian Münzenmaier. Das legt nahe: Große Konkurrenz muss Möller kaum fürchten. Der bisherige Vize, Stephan Brandner aus Thüringen, macht freiwillig Platz. Zwischen Möller und Brandner, so berichten Parteikreise, wurde angeblich schon Ende April vereinbart, dass Brandner auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Hauptgrund sei Unmut im Thüringer Landesvorstand – Brandner hätte, im Meinung der Dortigen, öfter Eigennutz statt Landesinteressen verfolgt. Brandner selbst gibt sich gelassen; er wolle nicht zur Kritik Stellung nehmen und zitiert das Sprichwort, mit Aufhören, wenn’s am schönsten ist. Er schließt einen vollständigen Rückzug zwar aus, aber der Fokus seiner politischen Arbeit soll sich in neue Richtungen verschieben.

Stefan Möllers Kandidatur für den AfD-Vizeposten ist Ausdruck der gewachsenen Hausmacht Björn Höckes im Bundesverband. Das innerparteiliche Taktieren – von der Einigung zwischen Möller und Brandner bis zur stillen Billigung durch Weidel und Chrupalla – lässt auf eine zunehmende Geschlossenheit zwischen dem rechten Flügel um Höcke und der Bundestagsführung schließen, möglicherweise zulasten pluralistischer Strukturen. In aktuellen Medienberichten wird zudem diskutiert, ob diese Entwicklung mittelfristig zu einer strategischen Neuausrichtung der AfD auf Bundesebene führen könnte: Mehr Einfluss des radikalen Lagers, weniger heterogene Kräfte, und eine verstärkte Fokussierung auf ostdeutsche Themen, besonders auch angesichts der Landtagswahlen im Herbst. Der Machtwechsel spiegelt tiefere interne Spannungen wider, die nicht nur durch persönliche Ambitionen, sondern auch durch inhaltliche Richtungsdebatten befeuert werden.

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