Müller Transporte: Österreich braucht ein schnelles Gegenmittel gegen steigende Ölpreise

Wiener Neudorf – Die Firma Müller Transporte, ein zentraler Player im österreichischen Logistik-Sektor, äußert Alarm angesichts der Folgen der Nahost-Krise: In Österreich schießen Transport- und Produktpreise bereits spürbar in die Höhe. Geschäftsführer Fritz Müller fordert von der Politik dringende Maßnahmen – insbesondere eine sofortige Aussetzung der Mineralölsteuer –, um der Bevölkerung und der Wirtschaft einen weiteren Ölpreisschock und einen erneuten Inflationsschub zu ersparen.

heute 10:07 Uhr | 5 mal gelesen

Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten bringen den Rohölmarkt weltweit ins Wanken – und die Auswirkungen machen auch vor Österreich nicht Halt. Obwohl das Thema nicht täglich auf jedem Frühstückstisch landet, begegnet einem der Preisdruck mittlerweile beim Tanken, im Supermarktregal oder im Gewerbe. Fachleute wie Christoph Badelt vom Fiskalrat warnen mittlerweile offen: Die Teuerung bei Sprit bleibt kein Nebengeräusch, sondern trifft entlang der gesamten Wertschöpfungskette – ob Bauern, Pendler oder Gütertransport. Kaum verwunderlich, dass manchen der Geduldsfaden reißt.

Müller Transporte-Chef Fritz Müller findet klare Worte: Jeder Liter teurer Diesel treibt nicht nur den Lkw um, sondern auch die Lebenshaltungskosten der Bevölkerung nach oben. Betriebe, Konsumenten, der Mittelstand hätten, so Müller, wenig Anlass, sich in Sonntagsreden wiegen zu lassen – wenn der Staat seinerseits über die erhöhten Mineralölsteuereinnahmen profitiert. "Das ist die Quadratur des Kreises: Während viele mehr bezahlen, fließen Mehreinnahmen direkt in die Staatskasse und das gibt der Inflation noch zusätzlich Feuer. Wir brauchen jetzt einen klaren politischen Schnitt – zumindest eine temporäre Abschaffung der Mineralölsteuer", sagt Müller – und das, durchaus hörbar, nicht zum ersten Mal.

Bisherige Vorschläge der Bundesregierung gehen für ihn nicht weit genug. Bei Transporten, Lebensmitteln – ja sogar alltäglichen Dienstleistungen – ist Sparen beim Sprit einfach keine Option: Das Rad steht, wenn der Tank leer ist. Deshalb sei eine sofortige Senkung oder das Aussetzen der Mineralölsteuer nicht nur wünschenswert, sondern für Müller schon fast alternativlos, um Teuerungen abzufedern.

Auch die Landwirte sehen akuten Handlungsbedarf. Josef Peck, Vorstand von LGV Sonnengemüse, betont die Dringlichkeit: Gerade bei frischer Ware wie Gemüse schlagen Spritkosten unvermittelt in den Preis durch. Bauern, Handel, Spediteure seien hier schlicht ausgeliefert: "Politische Maßnahmen sind kein Luxus, sondern ein Muss – und ein kurzzeitiger Verzicht auf Steuern könnte sämtliche Versorgungswege stabilisieren."

Müller Transporte, mit Sitz am Wiener Stadtrand, zählt zu den leistungsstarken Logistikern für gekühlten Transport zwischen Feld und Regal – mit hunderttausenden Tonnen Waren pro Jahr, hunderten Angestellten, mehreren Standorten und über 60 Jahren Erfahrung.

LGV Sonnengemüse, eine Genossenschaft, die auf regionale Qualität setzt, produziert jährlich zehntausende Tonnen Frischgemüse. Hier machen steigende Spritpreise den täglichen Job nicht nur schwerer, sondern stellen letztlich die Versorgungssicherheit infrage – davon sind sowohl Müller als auch Peck überzeugt.

Es scheint, als könnten politische Entscheidungen binnen Tagen darüber bestimmen, wie teuer Österreichs Alltag tatsächlich wird.

Kern der Debatte ist die Forderung nach einem sofortigen Stopp oder zumindest einer deutlichen Senkung der Mineralölsteuer in Österreich, um die rapide steigenden Transport- und Energiepreise abzufedern, die durch die angespannte Lage im Nahen Osten verschärft werden. Branchenexperten und betroffene Unternehmen wie Müller Transporte und LGV Sonnengemüse sehen in dieser Maßnahme die einzige kurzfristige Möglichkeit, einen weiteren Inflationsschub und massiven Preisanstieg entlang der gesamten Versorgungs- und Wertschöpfungskette zu verhindern. In den letzten 48 Stunden berichten mehrere Medien, dass die Debatte rund um hohe Energiepreise nicht nur in Österreich, sondern EU-weit Fahrt aufnimmt: Laut Süddeutscher Zeitung ringen europäische Länder derzeit um staatliche Hilfen gegen den Preisanstieg, wobei Öl- und Gaspreise durch Unsicherheiten im Nahen Osten weiter anziehen (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Die FAZ hebt hervor, dass die Diskussionen um Steuererleichterungen für Energie derzeit neu entfacht werden, aber politische Einigkeit fehle, wie konkrete Maßnahmen aussehen könnten (Quelle: FAZ). Auf taz.de wird die volkswirtschaftliche Dimension deutlich: Dort wird betont, dass die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen in Krisenzeiten Ländern wie Österreich und Deutschland wirtschaftlich vor enorme Herausforderungen stelle und langfristige Alternativen ins Zentrum der Debatte rücken (Quelle: taz.de). Abseits von schnellen Steuererleichterungen verlangen Experten also auch nachhaltige Investitionen in die Energiewende, was die Diskussion zusätzlich verkompliziert.

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