NRW bleibt trotz Absage ein Partner von Yad Vashem

Auch wenn Yad Vashem Nordrhein-Westfalen als Standort für ein neues Bildungszentrum nicht ausgewählt hat, hält die Landesregierung an der Zusammenarbeit fest und betont ihr fortwährendes Engagement gegen Antisemitismus.

heute 12:23 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal läuft es anders als gehofft: Die renommierte Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat entschieden, ihr neues Bildungszentrum in München zu eröffnen – und nicht in Nordrhein-Westfalen. Nathanael Liminski, Chef der Staatskanzlei und Vertreter der CDU, betont dennoch im Gespräch mit der 'Rheinischen Post', dass NRW weiterhin ein verlässlicher Partner bleibe. Die Auseinandersetzung mit der Shoah, sagt Liminski, sei und bleibe eine der beständigen Aufgaben des Landes. Das klingt nach Pathos, aber wenn man ehrlich ist, war diese Absage an die NRW-Bewerbung wohl für manche doch ein kleiner Dämpfer. Gleichzeitig hebt Liminski die bestehende Bildungs- und Erinnerungslandschaft Nordrhein-Westfalens hervor: Hier gebe es zahlreiche Orte des Gedenkens und vor allem auch viele Menschen, die sich engagieren – politisch, gesellschaftlich, persönlich. Es ist also nicht so, dass nach der Standortentscheidung alle Bemühungen um Partnerschaft oder Erinnerungsarbeit in sich zusammenfallen. Im Gegenteil – die Zusammenarbeit soll vielmehr auf nationaler Ebene fortgesetzt werden. Und zu guter Letzt: Für die viele, die sich vor Ort – vielleicht sogar ehrenamtlich – für diese Bewerbung eingesetzt hatten, gab es vom Minister ein ausdrückliches Dankeschön. Interessanter Randaspekt: Neben München kriegt auch Leipzig eine Zweigstelle. NRW bleibt beteiligt, nur eben von einem anderen Punkt aus.

Die Absage für NRW als Standort eines Yad-Vashem-Bildungszentrums hat die Entschlossenheit der Landesregierung, sich gegen das Vergessen des Holocaust zu engagieren, nicht gebremst. München übernimmt künftig die federführende Rolle als Hauptstandort, während in Leipzig eine Außenstelle entsteht. Nordrhein-Westfalen will seine bestehende Bildungsarbeit und Erinnerungslandschaft in die bundesweite Arbeit von Yad Vashem einbringen. Erweiterte Recherche zeigt: Die Debatte um Erinnerungskultur ist angesichts steigender antisemitischer Vorfälle aktueller denn je. Die Nähe zwischen Yad Vashem und deutschen Akteuren bleibt, trotz Standortfrage, eng und in NRW werden weiterhin zahlreiche lokale Initiativen gegen Antisemitismus gefördert. Gerade in den aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um Erinnerung und Verantwortung bleibt die Zusammenarbeit mit Yad Vashem für NRW ein zentrales Thema.

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