Wenn irgendwo auf der Welt Kanonen donnern, bleibt das für die Wirtschaft selten folgenlos – so auch jetzt: Die OECD bringt in ihrem aktuellen Zwischenbericht das Unbehagen vieler Ökonomen auf den Punkt. Der Konflikt rund um Iran und seine Nachbarn lasse die Unsicherheit ähnlich wachsen wie das Unkraut im Frühling – und mit ihr die Inflationsraten. Zwar hält die OECD grob an ihrer Schätzung von knapp drei Prozent globalem Wachstum für 2026 fest (und für 2027 an etwas weniger), doch das sind Zahlen mit eingebautem Zittern: Denn wie sich die Lage im Nahen Osten weiterentwickelt, weiß derzeit wirklich niemand.
Ein weiteres Problem: Der Energieschock, ausgelöst durch die Unsicherheit auf den Ölmärkten, könnte den zarten Aufschwung schnell abwürgen und das Preisniveau weiter anfachen. Besonders pessimistisch fällt der aktuelle Ausblick für die Eurozone, aber auch für die USA, China und Deutschland aus – allesamt mit enttäuschenden Wachstumsprognosen, die nach unten korrigiert wurden. Für Deutschland sehen die OECD-Experten 2026 gerade einmal 0,8 Prozent Wirtschaftswachstum, 2027 trauen sie der Bundesrepublik dann immerhin 1,5 Prozent zu – aber auch das bleibt unter Vorbehalt.
Die OECD warnt in ihrem Bericht davor, dass der andauernde Konflikt zwischen Iran und Israel (sowie andere Eskalationen im Nahen Osten) das fragile globale Wirtschaftswachstum gefährden. Wichtig ist dabei: Die projizierten, eher bescheidenen Wachstumsraten tragen schon jetzt die Handschrift geopolitischer Unsicherheiten und drohender Energieschocks. Neuere Debatten heben zudem hervor, dass internationale Lieferketten stärker gestört werden könnten und globale Zentralbanken sich in einem Dilemma aus Zinssenkungen versus Inflationsbekämpfung befinden, wie taz und Zeit ONLINE in aktuellen Artikeln beleuchten.