Virtuelle Realität ist längst nicht mehr nur in der Spiele- oder Unterhaltungswelt zu Hause – nein, auch in Medizin und Pflege hat sie seit einiger Zeit Wurzeln geschlagen. Seit 2019 arbeitet VitaBlick daran, mit VR-Brillen pflegebedürftigen Menschen einige Freudensprünge in Form von virtuellen Ausflügen zu bescheren. Stellt euch vor, man wiegt sich plötzlich wieder am Lieblingssee, ohne das Bett zu verlassen – immerhin profitieren in Österreich, Deutschland und der Schweiz bereits über 350 Einrichtungen von diesen 'Reisen'. Jetzt aber ein echter Sprung: Mit SimuDementia will das Start-Up einen Perspektivwechsel anbieten, der seinesgleichen sucht. Die VR-Brille simuliert Symptome und Erlebnisse von Demenzerkrankten, und das – was besonders klingt – ganz ohne komplizierte Controller, einfach durch natürliche Handbewegungen. Der Clou: Begleitet wurde das Ganze intensiv von Gesundheitsforscher*innen der Hochschule Burgenland. Auch für die Lehre und die Ausbildung bietet das neue Tool ein echtes Aha-Erlebnis, sagen Verantwortliche der Hochschule. Es ist wohl kein Geheimnis, dass wirksame Demenz-Sensibilisierung im Gesundheitswesen immer noch in Kinderschuhen steckt. Hier setzen Technologien wie SimuDementia an, indem sie nicht nur Fachkräfte, sondern auch Angehörige oder angehende Pflegekräfte emotional anders abholen. "Wissen, wie es sich anfühlt" – diese Erfahrung überdauert oft Bücher und Vorlesungen. Neben klassischer Ausbildung kommt das VR-Tool so bereits in Heimleitungs-Seminaren, Gesundheitsstudiengängen und der Beratung zum Zuge. Amadeus Linzer, Gründer von VitaBlick, ruft sogar Einrichtungen und Ausbildungsstätten auf, die VR-Brille in ihren Alltag einzubauen. Das nötige Budget? Gesichert, unter anderem durch die Wiener Wirtschaftsagentur. Von außen betrachtet bleibt die Frage: Wird Technik so zum Empathievermittler? Die Antwort der Beteiligten klingt jedenfalls überzeugend.
Mit der SimuDementia-VR-Brille beschreitet das Unternehmen VitaBlick, in Kooperation mit der Hochschule Burgenland, einen innovativen Weg zur Demenz-Sensibilisierung – erstmals können pflegende Angehörige, Personal oder Auszubildende buchstäblich 'in die Haut' von Demenzpatienten schlüpfen. Das immersive VR-Erlebnis erzeugt laut Rückmeldungen ein tieferes Verständnis und fördert Empathie gegenüber Betroffenen, was im klinischen wie familiären Alltag häufig entscheidend sein kann. Zuletzt zeigen Studien, dass VR-basierte Simulationen im Pflegebereich international an Bedeutung gewinnen, da sie komplexe Krankheitsbilder anschaulich vermitteln und zwischenmenschliche Kompetenzen stärken. Zusätzlich meldet etwa die Süddeutsche Zeitung, dass innovative digitale Ansätze in der Pflege verstärkt forciert werden: So setzt man auch in deutschen Modellprojekten auf VR-Technologien in der geriatrischen Ausbildung (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Laut Die Zeit werden niederschwellige, technologiegestützte Schulungen für das Pflegepersonal essenziell, um mit der steigenden Zahl an Demenz-Fällen in alternden Gesellschaften angemessen umgehen zu können (Quelle: Die Zeit). Gleichzeitig weist Der Spiegel darauf hin, dass die Akzeptanz neuer Lehrmethoden und das aktive Erleben von Erkrankungen wie Demenz einen Paradigmenwechsel in der Ausbildung einläuten könnten (Quelle: Der Spiegel).