Pflege in Deutschland: Wachsende Sorge um Versorgung – bpa-Präsident spricht Klartext

Angesichts der jüngsten vdek-Zahlen warnt bpa-Präsident Meurer vor einer drohenden Versorgungslücke in der Pflege und fordert einen politischen Fokuswechsel.

heute 13:44 Uhr | 3 mal gelesen

Berlin – Allmählich verschieben sich die Sorgen um die Pflege in Deutschland, wie Bernd Meurer, Präsident des bpa, anlässlich aktueller Zahlen des Ersatzkassenverbands vdek betont. Zwar sind die steigenden Eigenanteile für Pflegeheimbewohner tatsächlich eine ernstzunehmende Belastung – aber das eigentliche Drama spielt sich längst woanders ab. Immer mehr Menschen scheitern schlicht daran, überhaupt noch einen ambulanten Pflegedienst oder einen Heimplatz zu finden. Verschärft wird diese Notlage durch die sich weiter zuspitzende Personalknappheit und die Tatsache, dass unter den gegenwärtigen Bedingungen kaum jemand bereit ist, neue Pflegedienst-Angebote aufzumachen. Der Bedarf wächst, die Versorgung schrumpft – und mittendrin bleibt die Bundesregierung, die laut Meurer allzu sehr im Klein-Klein der finanziellen Absicherung gefangen ist, während die Versorgungsfrage zur echten Herkulesaufgabe wird.

Meurers Aussagen spiegeln nicht nur die aktuelle Debatte um die Finanzierung der Pflege wider, sondern stellen den anhaltenden Personalmangel und die daraus resultierende Versorgungskrise in den Mittelpunkt. Die gestern veröffentlichten vdek-Zahlen zu den steigenden Eigenanteilen bekräftigen die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige und ihre Familien, doch laut bpa gerät das größere Problem in den Hintergrund: Immer weniger Pflegedienste und Heimplätze, rotierend ausgelöst durch akuten Fachkräftemangel, erschweren privaten Anbietern die Ausweitung des Angebots, während die Zahl der Pflegebedürftigen aufgrund des demografischen Wandels kontinuierlich steigt. Verschärfend zeigt sich, dass nach Recherchen großer Medien (wie SPON, ZEIT, FAZ) die Bundesregierung bislang kein umfassendes und zukunftsfestes Konzept vorweisen kann, das sowohl auskömmliche Finanzierung als auch einen spürbaren Ausbau und die Aufwertung des Pflegeberufs gleichzeitig angeht.

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