Pläne: US-Militär könnte Kontrolle über Basen auf Grönland ausweiten

Nachdem US-Präsident Trump die Zollstreitigkeiten mit Europa entschärft hat, sickern nun brisante Informationen über mögliche US-Militärprojekte im Norden durch.

21.01.26 23:23 Uhr | 4 mal gelesen

Nach Angaben aus Kreisen der NATO hat der niederländische Ministerpräsident Rutte offenbar den Vorschlag eingebracht, die USA könnten neben einer neuen Überwachungsmission im Arktisraum auch Militärbasen auf Grönland übernehmen – ähnlich der Situation auf den britischen Militärgebieten Zyperns. In Großbritannien ist das Prinzip bekannt: Dort besitzt das Land nach wie vor zwei strategische Stützpunkte auf Zypern (Akrotiri und Dhekelia), die nur dem Verteidigungsministerium unterstehen, aber nicht als eigenständige Gebiete gelten. Entsprechende Modelle werden nun offenbar auch für Grönland geprüft – eine Option, die schon länger diskutiert wird, wie Insider berichten. Aktuell operiert das US-Militär lediglich auf einem nennenswerten Stützpunkt in Grönland, der Pituffik Space Base (einst Thule Air Base). Im Kalten Krieg unterhielten die Amerikaner hingegen zeitweise 17 Basen auf der Insel – ein Relikt, das seit Jahren wieder vermehrt ins Interesse rückt. Sowohl Kopenhagen als auch Nuuk signalisierten dabei laut einer Vereinbarung von 2004 Interesse an einer stärkeren amerikanischen Militärpräsenz. Dass militärische Anlagen auf Grönland strategisch wichtig sind, überrascht kaum angesichts der aktuellen geopolitischen Verschiebungen am nördlichen Rand der Welt. Übrigens: Die Nutzung der Basen wäre militärisch, wirtschaftliche Verwendung bleibt ausgeschlossen – so wie beim britischen Zypern-Modell.

Diskussionen innerhalb der NATO regen an, dass die USA ihre militärische Präsenz auf Grönland erneut ausbauen und weitere Basen übernehmen könnten. Vorbild wäre das britische Modell auf Zypern, bei dem Großbritannien durch Sonderverträge Kontrolle über Militärgelände behält, ohne dabei souveräne Exklaven zu schaffen. Die USA betreiben gegenwärtig nur die frühere Thule Air Base, heute Pituffik Space Base, auf Grönland – doch die militärische und geopolitische Bedeutung der Region wächst, nicht zuletzt durch den Einfluss Russlands und Chinas in der Arktis. Neuere Medienberichte betonen, dass Kopenhagen und Nuuk im Grundsatz wenig Einwände hätten, sofern sich die US-Präsenz auf den Verteidigungsbereich beschränkt. Darüber hinaus wird international regelmäßig diskutiert, ob ein größeres US-Engagement zu erhöhter Sicherheit oder eher zu neuen Spannungen führen könnte. Laut Spiegel und FAZ gibt es vermehrt diplomatische Bemühungen der USA, ihre Rolle im arktischen Raum abzusichern und auch in Zukunft Zugang zu wichtigen Überwachungs- und Frühwarnsystemen zu gewährleisten. Weitere Details: Die klassische Unterscheidung in rein militärische Nutzung – wie bei den britischen Zypern-Stützpunkten – bleibt für Grönland ausschlaggebend. Strategisch spielt der Vorstoß den USA in die Hände, sollte es zu Konflikten rund um die Arktis und Ressourcenfragen kommen. Angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen könnte Grönland in den kommenden Jahren erheblich an Bedeutung gewinnen.

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