Manche Entscheidungen wirken wie ein stiller Paukenschlag. Die deutsche Filmkritik hat sich in diesem Jahr klar positioniert – und „In die Sonne schauen“ als besten Spielfilm ausgezeichnet. Schon der Titel klingt ein wenig, als könnte er blenden und zugleich verborgene Dinge an die Oberfläche holen. Der Film wagt tatsächlich etwas: Er folgt vier Frauen, Leben und Kindheiten, verwoben durch einen alten Vierseitenhof in der Altmark. Epochenübergreifend, fast märchenhaft, entfaltet Schilinski eine Geschichte schwerer Erinnerungen, unausgesprochener Angst und tief sitzender Geheimnisse. Ein starkes Ensemble – unter anderem Hanna Heckt, Lena Urzendowsky und Luise Heyer – füllt den Hof mit persönlicher Wärme und Abgründigkeit. Nicht alles an dem Film ist glatt – es gibt Ecken, Brüche und das Versprechen: Kunst kann unbequem sein. Produziert wurde das Ganze von Studio Zentral gemeinsam mit dem ZDF/Das kleine Fernsehspiel, unterstützt von mehreren Förderinstitutionen, wie es bei ambitionierten Kino-Projekten in Deutschland oft der Fall ist. Tatsächlich geht der Preis der deutschen Filmkritik ausschließlich an Werke, die von Kritiker*innen in den Fokus gestellt werden – das verleiht ihm, trotz seiner scheinbaren Nischenhaftigkeit, einen eigensinnigen Glanz. Übrigens: Wer nachhaken will, findet weitere Infos bei ZDF Kommunikation oder direkt auf deren LinkedIn-Seite.
Das generationenübergreifende Drama „In die Sonne schauen“ hebt sich besonders durch seinen narrativen Mut und die tiefgründige Charakterzeichnung hervor – ein Werk, das sich Zeit für stille Momente nimmt, ohne Pathos zu bemühen. Regisseurin Schilinski und Co-Autorin Peter verweben Vergangenheit und Gegenwart zu einem beinahe unheimlichen Reigen weiblicher Lebensentwürfe, getragen von starker schauspielerischer Leistung und prägnanter filmischer Handschrift. Der Preis der deutschen Filmkritik gilt im deutschen Filmschaffen als aufrichtige Würdigung unabhängiger Kunst, da er seit 1956 ausschließlich von ausgewiesenen Kritiker*innen vergeben wird.
Recherche-Update: Laut aktueller Artikel in der Süddeutschen Zeitung und auf Zeit Online verzeichnet das deutsche Kino gegenwärtig einen Aufschwung im Bereich anspruchsvoller Dramen und regionaler Produktionen. Gerade Geschichten, die – wie „In die Sonne schauen“ – weibliche Perspektiven aufbrechen und mit Tiefe würzen, erhalten vermehrt Aufmerksamkeit und Anerkennung. Auch politisch und gesellschaftlich relevante Themen spielen zwischen „Kunstfilm“ und Mainstream eine immer stärkere Rolle.