Prognos: Fast die Hälfte der deutschen Wohnungen könnte künftig Fernwärme nutzen

Die Vision: Rund 47 Prozent aller Wohnungen in Deutschland könnten irgendwann über Fernwärme mit Heizenergie versorgt werden.

heute 06:27 Uhr | 3 mal gelesen

Laut einem frisch erschienenen Fernwärmeatlas des Forschungsinstituts Prognos, auf den sich aktuelle Berichte im 'Handelsblatt' und beim 'Tagesspiegel Background' beziehen, scheint bei Fernwärme in Deutschland noch viel Luft nach oben zu sein. Die Wissenschaftler entwerfen ein durchaus ambitioniertes Bild für die Jahre bis 2045: Fast jede zweite Wohnung ließe sich rein rechnerisch künftig an ein Fernwärmenetz anschließen. Für ihre Annahmen orientierte sich Prognos unter anderem an Faktoren wie Bebauungsdichte und existierender Infrastruktur. Aber – ein Haken bleibt: Ob wirklich so viele Netze aus dem Boden gestampft werden, entscheidet sich am Ende vor allem an harten Zahlen. Stefan Beismann von der DZ-Bank warnt, dass Projekte riskant werden, wenn viele Haushalte etwa doch auf Wärmepumpen umschwenken. Der Ausbau braucht also nicht nur Ingenieurskunst, sondern auch Geld, Absicherung – und ein wenig Mut zur Unsicherheit. Im Gespräch sind Landesbürgschaften, Haftungsfreistellungen durch die KfW oder Bürgschaften der Städte selbst. Und bei den neuen kommunalen Wärmeplänen, die Großstädte demnächst präsentieren müssen, bleibt ohnehin vieles noch etwas vage.

Spannend: Prognos sieht Deutschlands Fernwärmeausbau als realistisch, wenn staatliche Bürgschaften und neue Finanzierungswege geschaffen werden. Die Lage ist aber komplex, da die Entscheidung der Bürger – Wärmepumpe oder doch Anschluss ans Fernwärmenetz – über das wirtschaftliche Überleben neuer Netze entscheidet. Aktuelle Berichte in Süddeutscher Zeitung, ZEIT und FAZ melden, dass viele Kommunen bislang mit ihren Wärmeplänen kämpfen, auch weil es Unsicherheit zu Förderung, Technik und lokalen Gegebenheiten gibt. Fakt ist: Fernwärme könnte das Rückgrat der Wärmewende sein, aber der Weg dorthin ist voller Stolperfallen – ob Bürger wirklich auf breiter Front mitmachen, bleibt eines der größten Fragezeichen. In jüngsten Artikeln wird zudem diskutiert, dass sich die Kommunen personell und organisatorisch beim Thema Wärmewende zunehmend überfordert zeigen.

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