Mittwochmittag, drinnen im Kabinett glühten noch die Köpfe, als Steffen Meyer, der stellvertretende Regierungssprecher, vor die Presse trat. Nach stundenlangem Ringen stand fest: Laut Jahreswirtschaftsbericht zielt die Bundesregierung auf ein Wachstum um ein Prozent im Jahr 2026 ab. Festgelegt, abgenickt, aber: So wirklich begeistert wirkte niemand. Klar, im Vorfeld wussten die meisten Eingeweihten längst Bescheid, irgendwo war die Zahl schon durchgesickert. Was eigentlich Hoffnung machen soll, fühlt sich schon ein bisschen nach Zweckoptimismus an. Meyer sprach davon, dass sich Deutschland in Richtung Erholung bewege, getragen vor allem durch eine kräftigere Binnennachfrage – Exporte erleben wohl weiterhin rauen Wind. Lustigerweise mochten die Sprecher nicht konkret werden, worüber das Kabinett eigentlich so ausdauernd gestritten hatte. Vieles bleibt im Nebel, aber das Ziel, Deutschland auf dem globalen Parkett wettbewerbsfähiger zu machen, ist gesetzt. Übrigens: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will sich noch heute offiziell zur Sache äußern. Damit dürfte die wirtschaftspolitische Debatte erst richtig Fahrt aufnehmen.
Die Bundesregierung setzt für das Jahr 2026 auf einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1 Prozent – eine moderate Prognose, die auf verstärkten Konsum im Inland und weniger Belastungen aus dem Außenhandel setzt. Dennoch bleiben Experten wie Opposition mit Blick auf die anhaltenden Investitionshindernisse und Unsicherheiten, etwa im Energiebereich oder durch geopolitische Risiken, skeptisch. Neuere Berichte zeigen zudem, dass viele Branchen den heimischen Fachkräftemangel und die schleppende Digitalisierung als ernsthafte Wachstumsbremsen sehen. Laut aktuellen Veröffentlichungen liegt Deutschland im EU-Vergleich beim BIP-Wachstum weiterhin eher im Mittelfeld und muss sich gegen zunehmende Konkurrenz aus Osteuropa und Fernost behaupten. Wirtschaftsverbände fordern daher konsequentere Reformen, um Bürokratie abzubauen und Innovationen schneller voranzubringen. Auch Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Regierungskoalition zu Haushaltsprioritäten und Subventionen spielen nach wie vor eine erhebliche Rolle, wie verschiedene Medien in den letzten Tagen berichten.