Wenn sich Zechenvergangenheit mit eisigem Vergnügen mischt und zwischen rostigen Kohleförderbändern plötzlich Frostrutschen und Musik erklingen, dann ist Winter auf Zollverein. In diesem Jahr wurden sogar die kühnsten Erwartungen übertroffen: 42.620 Gäste tummelten sich auf der 150 Meter langen Eisfläche und viele weitere schlenderten durch das urige Winterdorf, das sich nebendran ausbreitete. Besonders samstags, in den Ferien oder an den legendären Eisdisco-Abenden am 13. Dezember und 3. Januar kochte die Stimmung – teils kamen Besuchende von weither, sogar aus den Niederlanden, ins Ruhrgebiet.
Christoph Tesche, Chef der Stiftung Zollverein, brachte es auf den Punkt: An einem Ort, an dem früher das Thermometer spielend die Tausendermarke knackte, zieht heute die Kälte magisch an – ein faszinierender Kontrast. Ohne das riesige Team und viele engagierte Förderer wäre dieses Spektakel nicht zu stemmen gewesen.
Der Auftakt? Ein Eishockeyspiel der regionalen Bambini – die ESC Eagles trafen auf die Herne Miners und sorgten für sportliche Schübe gleich zu Beginn. Bleibende Erinnerungen gab es gratis: Selfies mit XXL-Schneeflocken oder kreative Schnappschüsse aus der Blitzkabine, dazu tanzende Discokugeln als Give-away. Die Eisdiscos öffneten allen die Türen, besonders jugendliche Held:innen im Selfie-Fieber.
Auch der soziale Aspekt blieb nicht auf der Strecke: Mit einem Schulprojekt erhielten 600 Kinder und Jugendliche aus neun Essener Schulen einen unvergesslichen Tag auf dem Eis, gefördert von engagierten Partnern, darunter die RAG-Stiftung. Eine Spendenaktion während der Eisdisco brachte Unterstützung für das WDR 2 Weihnachtswunder – der Spirit von Zollverein zeigte mal wieder Herz.
Und wie geht’s weiter? Im Dezember 2026 kehrt die Eisbahn wieder aufs Zechengelände zurück. Zuvor aber rollen im Frühjahr die Rollschuhe durch Halle 5: Von Osterferien-Workshops, barrierefreiem Skaten bis zu ausgelassenen Rollerdiscos – hier ist Bewegung garantiert. Und falls jemand Kalorien abtrainieren will: Die Eröffnungsparty am 28. März mit schweißtreibender Anfänger-Session dürfte garantiert helfen.
Hinter all dem steht die Stiftung Zollverein. Ihr Ziel: Die Bewahrung und kreative Weiterentwicklung des UNESCO-Welterbes, das längst weit mehr ist als Erinnerungsort – nämlich Magnet für Touristen, Wirtschaftsstandort und kultureller Hotspot im Herzen des Reviers.
Die Eisbahnsaison 2025/26 auf dem Welterbe Zollverein war ein voller Erfolg und markierte einen neuen Rekord mit über 42.000 Besuchenden, die nicht nur aus dem Ruhrgebiet, sondern auch aus anderen Bundesländern und Nachbarländern wie den Niederlanden anreisten. Die Eisbahn punktete mit abwechslungsreichen Aktionen wie Eisdiscos, Eishockey-Turnieren für Kinder, originellen Fotospots und einem Winterdorf-Charme, der sogar Besuchende ohne Schlittschuhe anzog. Initiativen wie ein kostenloses Schulprojekt und Spendenaktionen hoben die soziale Dimension hervor, während die Stiftung Zollverein mit der geplanten Rückkehr der Eisbahn und neuen Rollschuh-Events im Frühjahr deutlich macht, dass das UNESCO-Welterbe nicht nur touristisch, sondern auch kulturell und gesellschaftlich neue Maßstäbe setzen will.
NEUE INFORMATIONEN AUS RECHERCHE: Die Region Ruhrgebiet erlebt einen anhaltenden Aufschwung im Städtetourismus, vor allem durch innovative Kulturangebote und Events an Industriestandorten. Erst kürzlich berichtete etwa die Süddeutsche Zeitung, dass postindustrielle Orte wie Zeche Zollverein durch Initiativen wie die Eisbahn gezielt neue Zielgruppen – besonders junge Menschen und Familien – anziehen und so mit dem Imagewandel der gesamten Region in Verbindung gebracht werden. Aktuelle Debatten in der taz und der ZEIT beleuchten zudem neue Ansätze zur besseren Barrierefreiheit und inklusiveren Nutzung solcher Großevents, da inklusive Freizeitgestaltung zunehmend als gesellschaftliches Anliegen betrachtet wird.