Grönlands Schutz – Dänemarks Ex-Außenminister fordert stärkere europäische Haltung gegenüber den USA
Villy Søvndal, einst dänischer Außenminister und aktuell Mitglied der Grünen im EU-Parlament, plädiert dafür, ein deutliches Signal an die USA zu senden, um Grönlands Souveränität zu wahren.
07.01.26 18:17 Uhr | 10 mal gelesen
Villy Søvndal ließ in einem Gespräch mit dem 'Spiegel' wenig Zweifel an seiner Haltung: 'Wir müssen den USA klar zu verstehen geben, dass die Annexion Grönlands nicht ohne Konsequenzen für sie bliebe.' Er nimmt dabei auch kein Blatt vor den Mund, als er erklärt, ein solches Vorgehen würde die NATO und ihre traditionellen Bindungen in ihren Grundfesten erschüttern. Interessant – während Trump einst scherzte, Dänemark stelle für Grönland nur ein paar Hundeschlitten bereit, erinnert Søvndal an die Realität: 'Im Kalten Krieg gab es bis zu 10.000 amerikanische Soldaten auf Grönland, mittlerweile sind es bloß 140.' Dänemark selbst vergrößere derzeit seine Verteidigungsausgaben spürbar, sowohl aus Eigeninteresse als auch zur Absicherung des arktischen Territoriums. Ganz nebenbei regt Søvndal an, dass mehr europäische Staaten dem Thule-Abkommen beitreten sollten – es regelt ja schließlich das militärische Zusammenspiel auf der Insel. Überhaupt: Der Klimawandel macht das Gebiet immer begehrter. Schmelzende Gletscher? Für die Weltpolitik könnte das bald mehr als eine Wetterfrage sein.
Grönlands strategische Bedeutung wächst rasant. Hintergrund: Die Region ist reich an Rohstoffen, und mit dem Abschmelzen des Eises gewinnen internationale Akteure – allen voran die USA, aber auch China und Russland – zunehmend Interesse. Die dänische Regierung und viele europäische Politiker mahnen daher, die Zugehörigkeit Grönlands und die internationale Sicherheit engmaschig zu schützen. Der im Text genannte Thule-Vertrag aktualisiert derzeit die Konditionen der US-Militärpräsenz auf Grönland, wie taz.de und DW.com berichteten; dabei gab es zuletzt kontroverse Debatten um die Einbindung weiterer europäischer Staaten und die Modernisierung der Radaranlagen, um nicht zuletzt auch geopolitischen Druck auszugeglichen. Zugleich wächst auf Grönland der Wunsch nach mehr Eigenständigkeit und Mitsprache, was die Gemengelage noch verworrener macht. Die NATO sieht das jedoch als Kraftprobe für ihren Zusammenhalt, wie verschiedene Stimmen aus Berlin und Brüssel warnend einräumen.