Im Fokus: "Die Verteidigerin – Der Fall Nicola" – TV-Premiere am 14. Januar im Ersten

Baden-Baden – Lou Caspari, gespielt von Andrea Sawatzki, mischt als engagierte Juristin erneut die Freiburger Szene auf. Diesmal entscheidet sie sich, einem engen Freund aus einer vertrackten Lage beizustehen.

07.01.26 18:24 Uhr | 8 mal gelesen

Andrea Sawatzki übernimmt zum zweiten Mal die Rolle der couragierten Lou Caspari, die in Freiburg als Anwältin arbeitet. Im Zentrum steht das Verschwinden von Nicola Schmidberger – samt Hund – ein Fall, der nicht nur die Familie, sondern auch die Öffentlichkeit aufwühlt. Benno, Nicolas Ehemann, steht hilflos zwischen Angst, Frustration und Vorverurteilung, als seine Frau plötzlich wie vom Erdboden verschluckt ist. Lou springt, von alter Freundschaft getrieben, ein – und gerät damit mitten in eine Gemengelage aus Gerüchten, halbgaren Polizei-Ermittlungen und der Hyperaktivität sozialer Medien, die Jasmin, Nicolas Tochter, weiter anheizt. Die Szene im Wald, wo der demolierte Wagen von Nicola gefunden wird, gleicht fast einem schiefgegangenen Motiv aus einem skandinavischen Krimi – mit der Ungewissheit als einzigem Fixpunkt. Neben Sawatzki stehen Andreas Döhler, Mariella Aumann und Henning Flüsloh vor der Kamera; Regie führte Lars Gunnar Lotz, das Drehbuch stammt von Magnus Vattrodt. Mehr als einmal bröckelt die Fassade der scheinbar so intakten Familie – nicht zuletzt durch wachsende Zweifel an Bennos Version der Ereignisse. Lou wird zur Vermittlerin, Beschützerin – und vielleicht auch letzte Hoffnung. Gesendet wird das Drama am 14. Januar 2026 zur besten Sendezeit im Ersten; vorab gibt es Infos und Schmankerl online.

In der zweiten Folge der Filmreihe "Die Verteidigerin" verschwindet eine Frau spurlos – ein Szenario, das kaum klischeehafter wirken könnte und dennoch bedrückend aktuell erscheint gerade im Zeitalter der sozialen Medien, in dem Vorverurteilung oft schneller erfolgt als Recherche. Andrea Sawatzki als Lou Caspari bietet keine Heldin ohne Makel, sondern eine Figur mit Ecken, Kanten und gelegentlicher Unsicherheit; sie balanciert als Freundin und Anwältin zwischen Empathie und Ermittlerblick. Die filmische Inszenierung vereint Krimispannung mit Familienpsychodrama und unterstreicht, wie sehr der öffentliche Druck und der Wunsch nach Antworten manchmal selbst zum Risiko werden. Ein Dreh- und Angelpunkt ist dabei die Rolle digitaler Netzwerke und die daraus resultierende Dynamik der Eskalation – ein Aspekt, der den Film über das Krimi-Genre hinaushebt und eine Brücke zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten schlägt. Recherchen zeigen, dass in den letzten zwei Tagen mehrere Medien den Aufwärtstrend von Krimiformaten im ARD-Hauptprogramm hervorheben; dabei geht es inhaltlich häufig um die Ambivalenz von medialer Aufmerksamkeit, öffentliche Spekulationen und deren Auswirkungen auf Betroffene.

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