Rhythmus trifft Stadt: Das Überschlagfestival bringt Hannover zum Händeklatschen

Vom 19. bis zum 23. August 2026 steht Hannover wieder ganz im Zeichen pulsierender Trommelschläge: Das Überschlagfestival vereint internationale Größen, lokale Talente und junge Newcomerinnen mitten im Herzen der UNESCO-Musikstadt.

heute 13:11 Uhr | 5 mal gelesen

Irgendwie merkwürdig, wie schnell diese Percussion-Sause im Kalender immer mehr an Gewicht bekommt. Gerade mal zwei Jahre liegt die letzte Runde zurück, und schon jetzt verschiebt sich anscheinend halb Europa in Richtung Hannover, wenn Rhythmen aus aller Welt dort aufeinandertreffen. Künstlerinnen und Künstler aus 24 Ländern—von Brasilien über Japan bis Südafrika—haben zugesagt. Und wer dabei sein wird? Unter anderem Andy Akiho, Grammy-nominiertes Genie am Schlagwerk, und das italienische Energiebündel Simone Rubino. Witzig auch: Hannover, das gerne mal als unscheinbar abgestempelt wird, trägt bereits seit 2014 offiziell den Titel "UNESCO City of Music". Es geht also weit mehr als um Marschmusik und Schützenfestromantik, sondern um international vernetzte Klangvielfalt. Das diesjährige Motto? Es klingt beinahe wie ein lautes Ausatmen: Erdige, handgemachte Musik – nichts mit Hochglanz, sondern ehrliche Klänge, spürbar und direkt. Fünf Tage lang wird Hannover so zu einem riesigen Experimentierfeld für den Urschlag des Rhythmus, mit interaktiven Shows und Konzerten, bei denen man manchmal gar nicht merkt, wo Bühne aufhört und Publikum anfängt. Schauplätze sind so bunt wie das Festival selbst—vom veritablen Staatstheater mit seinem Ballhof bis zur Holzhalle der Hainhölzer Höfe, Kirchen und Szenespots namens Indiego Glocksee. Eröffnungsabend? Ganz simpel "Timber" getauft. Sechs Percussionisten verwandeln mit Rummsfeld & Friends die Holzhalle in ein Gewitter aus Klanghölzern. Am Ende kommt's zum Grande Finale: Ein offenes Open-Air-Fest am Ballhofplatz. Motto: Alle trommeln gemeinsam – Ein Klangkörper, eine Stadt, ein Rhythmus. Erwartet werden laut Veranstaltern bis zu 7.000 Rhythmuschaffende und -liebende aus aller Welt. Wer noch nach einer Unterkunft sucht: Vom einfachen Zimmer bis zur Gruppenwohnung ist alles dabei (Tipp: Über die städtische Zimmervermittlung). Klingt alles irgendwie nach einer festen Größe im Kulturkalender – und trotzdem, vielleicht überrascht ja das eine oder andere spontane Klangexperiment ...

Das 3. Überschlagfestival wird voraussichtlich wieder ein Schmelztiegel internationaler Percussion-Kunst. Viele selbst erleben das Festival einerseits als musikalisches Spektakel, andererseits aber auch als eine Art kollektive Therapie: Die Kraft von Rhythmen lässt Menschen zusammenrücken und bringt Überraschungsmomente, wenn sich plötzlich Hobby-Musiker und Profis zu einem Klangkörper vereinen. Die Festivalmacher setzen dieses Mal besonders auf Hands-on-Erlebnisse: Interaktive Workshops sind geplant, bei denen sogar absolute Neueinsteiger Trommeln ausprobieren können, und zudem wurde das Programm um genreübergreifende Projekte mit elektronischer Musik und Tanz erweitert. Aktuelle Berichte aus Hannover und aus internationalen Musikmagazinen zufolge wächst die Bedeutung solcher Festivals so stark, weil Percussion ein durch und durch generationsübergreifender Nenner ist – und weil nach Pandemiejahren die Menschen geradezu nach gemeinsamem Live-Erleben lechzen. Auch in der regionalen Szene entsteht anlässlich des Überschlagfestivals ein neues Netzwerk von Nachwuchsförderung, etwa durch Kooperationen mit Musikhochschulen und Vereinen. Stimmen aus der Politik und Kulturszene betonen parallel die wachsende Strahlkraft Hannovers als Musikstadt, die nicht mehr im Schatten Berlins stehen müsse.

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