Röwekamp fordert: Europa muss sich militärisch rasch emanzipieren

Thomas Röwekamp, Chef des Verteidigungsausschusses (CDU), betrachtet den geplanten Teilabzug amerikanischer Soldaten aus Europa als ernsten Weckruf. Seiner Ansicht nach wächst nun der Handlungsdruck auf die Europäer, unabhängiger zu werden. Ein allmählicher, aber entschlossener Aufbau eigener militärischer Fähigkeiten ist für ihn unverzichtbar.

heute 08:37 Uhr | 2 mal gelesen

"Wir können und müssen die amerikanischen Kapazitäten möglichst zügig ausgleichen", meint Röwekamp – gleichwohl wisse er, wie weit entfernt dieses Ziel momentan sei. "Natürlich gelingt das nicht auf Knopfdruck, da braucht man durchaus ein bisschen Geduld", gibt er unumwunden zu. Trotzdem: Gespräche mit den USA seien nötig, um Übergangslösungen zu finden. Trotz aller Unsicherheiten sieht er keine Katastrophe aufziehen: "Das ist machbar, auch wenn es dicke Bretter zu bohren gibt." Für Röwekamp steht fest, dass Europa bereit ist, die langen Schatten des US-Schutzes zu verlassen – politisch und technisch wäre alles vorhanden, es fehle jetzt vor allem an gemeinschaftlichem Willen. Und – so scheint es – vielleicht an ein bisschen Mut.

Röwekamp sieht im angekündigten US-Truppenabzug einen Wendepunkt und mahnt, dass Europa seine militärische Souveränität stärken muss. Er hält den Aufbau eigenständiger Fähigkeiten für möglich, aber nicht kurzfristig, und pocht auf enge Abstimmung mit den Vereinigten Staaten in der Übergangsphase. Aktuelle Recherchen verdeutlichen: Die Debatte um Europas Verteidigungsautonomie ist durch den sich abzeichnenden Richtungswechsel in der US-Politik wieder hochaktuell – verschiedene Stimmen in Politik und Medien schlagen teils Alarm, teils sehen sie historische Chancen, das transatlantische Gefüge neu auszubalancieren. Nach jüngsten Berichten steht insbesondere die Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie, die Stärkung gemeinsamer Kommandostrukturen und die Frage nach politischem Leadership im Zentrum der Diskussion. Zudem wurde bekannt, dass mehrere EU-Staaten kurzfristige Modernisierungsprojekte für ihre Streitkräfte angekündigt haben, während Deutschland unter anderem ein Viertel seines Sondervermögens für Beschaffungen ausgegeben hat. Verteidigungspolitisch bleibt die Unsicherheit groß, zumal in den USA die politische Richtung nach den kommenden Präsidentschaftswahlen offen ist.

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