Roloff rechtfertigt Waffenverkäufe an Indien trotz Russlands Nähe

Während Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach Indien reist, verteidigt SPD-Wirtschaftspolitiker Sebastian Roloff die Annäherung an den Subkontinent – auch wenn Indien weiterhin enge Beziehungen zu Russland pflegt.

heute 05:02 Uhr | 3 mal gelesen

Auch wenn der Stopp in Indien recht kurz ausfällt, hält Roloff ihn für einen Wandel zum Besseren. Die Entscheidung, lieber nach Indien als nach China zu fliegen, sei keine Kleinigkeit – das setze ein kluges Zeichen, wirtschaftlich wie geopolitisch. Indiens riesiger Markt und das enorme Wachstum dürften, so Roloff, zwingend im Fokus stehen. Die Strategie dahinter: Deutschlands starke Marktorientierung von China wenigstens ein Stück weit herauszuziehen. Natürlich, so räumt Roloff ein, ist die Demokratie in den BRICS-Staaten durchwachsen – aber Indien sei in puncto Rechtsstaatlichkeit noch halbwegs positiv zu bewerten. Dass Indiens Nähe zu Russland Grenzen für deutsche Einflussnahme bedeute, sei jedoch ebenso Realität. Partnerschaften mit neuen Ländern zu knüpfen, während man ihnen Vorschriften über deren Diplomatie macht – das sei nicht praktikabel, meint Roloff. Gerade bei Rüstungsexporten: U-Boote nach Indien nur dann zu liefern, wenn Delhi Moskau fallen lässt? "So läuft Diplomatie nun mal nicht", betont er. Roloff plädiert daher für graduelle Annäherung: Offene Themen sollte der Kanzler ruhig ansprechen, forcierte Brüche aber brächten wenig. Wirkliche Veränderung brauche Geduld und entstünde eher in Trippelschritten. Nicht immer bequem, aber wohl realistischer.

Sebastian Roloff (SPD) verteidigt die Annäherung Deutschlands an Indien trotz dessen engen Verhältnisses zu Russland. Er hebt hervor, dass Deutschlands wirtschaftliche und geopolitische Interessen es nötig machten, den indischen Markt stärker zu erschließen und die wirtschaftliche Abhängigkeit von China zu lockern. Dabei müsse man akzeptieren, dass diplomatische und sicherheitspolitische Prozesse Zeit brauchen und nicht durch Druck erzwungen werden können – insbesondere mit Blick auf Rüstungsexporte und Indiens Außenpolitik. Ergänzend aus anderen aktuellen Berichten: Die Bundesregierung verfolgt zudem eine breiter ausgerichtete Asien-Strategie, um kritische Lieferketten zu diversifizieren und globale Partnerschaften auszubauen; Indien wird als wichtiger Fokusmarkt betrachtet, nicht zuletzt wegen seines Bevölkerungswachstums und technologischen Potenzials. Diskussionen über Rüstungsexporte bleiben jedoch kontrovers – deutsche und europäische Politiker streiten über moralische Leitplanken und die richtige Balance zwischen ökonomischen Interessen und geopolitischer Verantwortung.

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