Entspannt ist wohl anders: Nach Tagen rauen Wetters und schwieriger logistischer Bedingungen in Grönland stehen für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr auf einmal ganz alltägliche Dinge an – wie eine Sicherheitskontrolle am Flughafen Keflavik auf Island. Gemeinsam mit den übrigen Passagieren, die aus Grönland anreisen, müssen sie den üblichen Check absolvieren, ehe es weitergeht – erst nach Kopenhagen, dann in die Heimat. Die Bundeswehr lobt die Kooperation während der Mission ausdrücklich als effizient und von hohem gegenseitigem Respekt geprägt. Nun ist der eigentliche Auftrag beendet, die Auswertung der gewonnenen Daten steht aber noch ins Haus – etwas Nachklang bleibt also. Allerdings schwebt über dem Ganzen ein politischer Schatten: Die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Trump, der von europäischen Nato-Mitgliedern sogar forderte, Grönland den USA zu überlassen (angeblich wegen der Bedrohung durch Russland und China), wirken wie ein zäher Störfaktor. Deutschland und zahlreiche Partnerländer weisen diese Forderung entschieden zurück, betonen, gemeinsam Verantwortung für die Sicherheit der Arktis übernehmen zu wollen und sich politischen Erpressungsversuchen nicht zu beugen. Währenddessen werden in Berlin deutliche Worte gefunden – Finanzminister Klingbeil spricht von Standhaftigkeit Europas, Außenminister Wadephul stellt das geplante Zollabkommen nebensächlich. Soviel jedenfalls ist klar: Die gesunde Rückkehr der Soldatinnen und Soldaten ist eine Sache; die internationale Lage eine andere, und beides hängt hier irgendwie zusammen – mit offenem Ausgang.
Die Rückkehr der Bundeswehr-Soldaten aus Grönland markiert das (vorläufige) Ende einer mehrtägigen Erkundungsmission, bei der neben witterungsbedingten Herausforderungen auch politische Turbulenzen deutliche Spuren hinterlassen haben. Die eingesetzten Kräfte mussten Standorte erkunden und Informationen für künftige Einsätze sichern – ein Auftrag, dessen Ergebnisse aktuell von der Bundeswehr ausgewertet werden. Parallel dazu droht die politische Großwetterlage zu kippen: Trump reagiert mit Zollandrohungen auf die europäische Arktis-Präsenz und spielt die Souveränitätskarte, was wiederum in Deutschland für einen Schulterschluss der politisch Verantwortlichen sorgt. Laut SZ ist die Debatte um den Einfluss westlicher und russischer Kräfte in der Arktis in den letzten Tagen deutlich schärfer geworden; auf t3n.de wird das Potenzial für neue Ressourcen- und Klimakonflikte angesprochen, und auf FAZ.net erscheinen kritische Stimmen zum steigenden internationalen Druck auf Grönland. In Summe zeigt sich, wie eng längst militärische, politische und wirtschaftliche Interessen im hohen Norden verflochten sind, und dass die Heimreise der Bundeswehr-Soldaten wohl erst der Anfang einer neuen europäischen Arktis-Strategie sein könnte.