Rückläufige Importpreise trotz naher Krisenherde – Entwicklung im Februar 2026

Im Februar 2026 sind die Einfuhrpreise nach Deutschland im Vergleich zum Vorjahresmonat weiterhin gesunken – und das trotz neuer geopolitischer Spannungen.

heute 08:52 Uhr | 5 mal gelesen

Manche Zahlen liest man und denkt: Interessant, aber steckt mehr dahinter? Die Daten des Statistischen Bundesamts von diesem Dienstag geben jedenfalls zu nachdenklicher Betrachtung Anlass. Im Februar 2026 waren die deutschen Importpreise um 2,3 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor – und das schon den dritten Monat in Folge. Gleichzeitig zeigte sich im Monatsvergleich ein kleiner Anstieg um 0,3 Prozent; ebenso die Exportpreise, die im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent sanken, aber im Monatsvergleich leicht stiegen. Eine Bewegung, die man eher in den Statistiktabellen für Eingeweihte als im Alltag bemerkt. Bemerkenswert: Der auffälligste Preisdruck kam erneut vom Energiesektor; hier fielen die Preise gegenüber Februar 2025 sogar um satte 20,9 Prozent. Und doch drehten sich zur gleichen Zeit die Preisschilder langsam nach oben: Von Januar auf Februar zogen sie durchschnittlich um 0,9 Prozent an. Die Eskalation im Iran und Nahen Osten, seit dem 28. Februar offiziell ein weiterer Kriegsherd, hinterließ dabei in den Daten noch keine messbaren Spuren – ein Zeitraum zu kurz für ökonomische Ausschläge, vermutlich. Strom, Gas, Öl, Kohle – alle Energieträger waren gegenüber dem Vorjahr günstiger: Erdgas etwa fast 28 Prozent billiger, Strom ein Viertel günstiger, bei Rohöl immerhin knapp 20 Prozent. Allerdings: Von Januar auf Februar verteuerte sich Erdöl (+3,4 Prozent) und Mineralölerzeugnisse (+6 Prozent). Nicht alle Entwicklungen sind also linear. Was den Preis für Strom aber wieder nach unten drückte (-11,8 Prozent). An dieser Stelle stellt man sich unwillkürlich die Frage, ob diese „Normalkurve“ Bestand hat, wenn die geopolitische Lage tatsächlich noch weiter eskaliert. Lässt man Energie außen vor, ergibt sich derweil ein ganz anderes Bild: Die Preise sanken im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,2 Prozent; der Monatsvergleich zeigt mit 0,2 Prozent ein leichtes Plus. Betrachtet man lediglich Erdöl und Mineralölerzeugnisse, sackt der Importpreisindex um 1,6 Prozent im Jahresvergleich ab. Bei Lebensmitteln zeigten sich relativ starke Schwankungen: Kakao stürzte fast um die Hälfte, Schweine um ein Fünftel, Getreide minus 8,7 Prozent. Eier und Geflügel verteuerten sich allerdings merklich (+11,9 Prozent). Diese Extreme machen neugierig, aber auch stutzig – steckt da reine Marktdynamik oder eher globale Unsicherheit dahinter? Konsumgüter insgesamt wurden günstiger (minus 3,2 Prozent im Vorjahresvergleich). Nahrungsmittel – etwa Butter oder Kakaobutter – kosteten deutlich weniger als im Vorjahr, während einige Spezialitäten, wie Haselnüsse (+48 Prozent!) oder Rindfleisch von Preissprüngen nicht verschont blieben. Die Investitionsgüterpreise gaben ganz leicht nach, nur Vorleistungsgüter kletterten spürbar – Edelmetalle lagen bemerkenswerte 60 Prozent über Vorjahr. Für den Export war der Energiepreiseffekt sogar noch auffälliger: Auch hier schlugen sie mit minus 19,5 Prozent im Jahresvergleich durch. Insbesondere der Export von Nahrungsmitteln und Milchprodukten wurde günstiger, doch gerösteter Kaffee wies einen Preissprung nach oben auf. Die Preise für Investitionsgüter und Vorleistungsgüter bewegten sich leicht über Vorjahresniveau. Dass sich Großereignisse – wie der aufziehende Konflikt mit dem Iran – noch nicht in dieser Statistik niederschlagen, ist fast trügerisch beruhigend. Doch wie rasch sich globale Ereignisse auf Preise durchschlagen können, weiß man spätestens seit dem russischen Überfall auf die Ukraine. Bleibt also nur das Abwarten und das kritische Nachlesen der nächsten Zahlen. Und am Rande: Wer derzeit Haselnüsse liebt, sollte sich auf teure Zeiten einstellen.

Die Importpreise in Deutschland waren im Februar 2026 deutlich niedriger als im Vorjahr, vor allem aufgrund massiver Rückgänge bei Energiepreisen. Allerdings zogen im Monatsvergleich einige Preise – insbesondere für Rohöl und Mineralölerzeugnisse – schon wieder leicht an. Auffällig ist, dass die neuen geopolitischen Konflikte rund um den Iran bislang noch nicht auf die Preisdaten durchschlagen, allerdings besteht Unsicherheit, wie nachhaltig diese Entwicklung bleibt. Ein Blick auf aktuelle Berichte zeigt, dass der globale Energiemarkt äußerst volatil ist und bereits erste Preiszuckungen nach Ankündigung von Sanktionen und Liefereinschränkungen in Europa beobachtet werden. Die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit – etwa globale Transportprobleme, Produktionsverschiebungen und veränderte Nachfrage – führen darüber hinaus zu einer insgesamt fragilen Preisstruktur, insbesondere bei Lebensmitteln (Kakao, Fleisch) und Edelmetallen. Experten erwarten, dass sich erst in den kommenden Monaten zeigen wird, wie stark sich die neuen geopolitischen Unsicherheiten auf die Einfuhr- und Ausfuhrpreise durchschlagen werden.

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