Sahra Wagenknecht: Gerechtere Rente ab 60 für Pflege und körperlich beanspruchte Berufe gefordert

Sahra Wagenknecht setzt sich nachdrücklich für eine neue Rentenregel ein – insbesondere für jene, deren Arbeitsalltag von ständiger körperlicher Belastung geprägt ist.

20.01.26 01:02 Uhr | 5 mal gelesen

Mit ihrer Forderung, das Rentensystem endlich grundlegend zu modernisieren, stößt Wagenknecht erneut eine kontroverse Debatte an, wie sie der ‚Neuen Osnabrücker Zeitung‘ erläuterte. Pflegekräfte sollten das Recht haben, ab einem Alter von 60 Jahren ohne finanzielle Einbußen aus dem Beruf auszusteigen – vorausgesetzt, sie wünschen es. "Gerade in der Pflege ist das ein überfälliger Schritt“, betont sie, und argumentiert: Eine solche Maßnahme würde den Job attraktiver machen und gegen die aktuelle Personalnot ansteuern. Aber das Ganze erschöpft sich nicht auf die Pflege: Wer Jahrzehnte auf dem Bau schuftet oder andere körperlich fordernde Arbeit verrichtet, müsse nach 40 Jahren Knochenarbeit schlicht früher in den Ruhestand gehen dürfen, ohne bestraft zu werden. Wagenknecht bringt soziale Schieflagen ins Spiel: Während Menschen in diesen Berufen nicht nur weniger verdienen, sondern auch seltener ein hohes Alter erreichen, werden sie durch die geltenden Regeln doppelt benachteiligt – durch niedrige Löhne und karge Renten. Viele schleppen sich aus purer Erschöpfung vorzeitig in den Ruhestand und zahlen drauf. So, meint sie, könne es nicht weitergehen.

Wagenknechts Forderung, Pflegekräften und Beschäftigten in harten körperlichen Jobs eine abschlagsfreie Rente ab 60 zu ermöglichen, führt die Debatte um soziale Gerechtigkeit im Alter neu an. Das deutsche Rentensystem wird angesichts dieser Argumente als besonders unflexibel kritisiert, weil es wenig Rücksicht auf Unterschiede zwischen Büro- und Schwerarbeit macht. Besonders relevant ist der Gedanke, dass nicht alle Berufsverläufe gleich altern – und dass gesundheitliche Belastungen, Erwerbsbiografien und Lebenserwartung viel stärker in die Rentenpolitik einfließen sollten. Neue Berichte von taz.de und anderen zeigen, dass bei ungelösten Fragen zur Rentenreform insbesondere die Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen im Fokus stehen. Zusätzliche Recherchen betonen: Pflegearbeit ist nicht nur körperlich, sondern auch psychisch belastend, was sich in einer überdurchschnittlichen Frühverrentungsrate niederschlägt. Die Debatte gewinnt vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels und der alternden Gesellschaft an Brisanz.

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