Sanofi signalisiert Bereitschaft für höheren Herstellerabschlag – unter Bedingungen

Die Deutschlandchefin von Sanofi, Heidrun Irschik-Hadjieff, zeigt sich gesprächsbereit, einer maßvollen Erhöhung des Herstellerabschlags für rezeptpflichtige Medikamente zuzustimmen.

heute 12:37 Uhr | 2 mal gelesen

Ganz offen: Mit wenigen Prozentpunkten mehr beim Herstellerabschlag könnte Sanofi laut Irschik-Hadjieff offenbar leben, zumindest äußerte sie im Podcast „Power & Policy“ sinngemäß, dass zwei oder drei Prozent mehr vorstellbar wären. Das neue GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will dem Ganzen eine flexible Komponente hinzufügen, die eng an die Ausgaben für Arzneimittel und Beitragseinnahmen koppelt. Laut Warken entscheidend: Ohne gesunde Finanzen keine gesunde Stabilität der Kassen – und das soll den gesetzlichen Krankenkassen in den nächsten Jahren Milliardenbeträge einsparen helfen. Der geplante dynamische Abschlag? Für Irschik-Hadjieff offensichtlich ein Blindflug, Planbarkeit sei aus ihrer Sicht essenziell, um Investitionsentscheidungen auf Jahre zu fällen. Daher brauche die Branche verlässliche Bedingungen. Sie macht – etwas polemisch – darauf aufmerksam, dass nur die Pharmabranche per Gesetz Geld an die Kassen zurückgebe; ein vergleichbares Instrument gäbe es zum Beispiel nicht in der Automobilindustrie. Sanofi und Co. hätten im Vorjahr schon 29 Milliarden Euro an Rabatten zur Stabilisierung beigesteuert, so ihr Hinweis. Aktuell läuft die Parlamentsdebatte zum Gesetz, und die Regierungskoalition scheint eine dauerhafte Anhebung des Abschlags von 7 auf satte 15,5 Prozent im Blick zu haben.

Sanofi ist eingeschränkt offen für eine moderate Erhöhung des Herstellerabschlags, sofern die Rahmenbedingungen mehr Berechenbarkeit für Investitionen bieten – der dynamische Anteil birgt Risiken, gerade für langfristige strategische Planung. Die aktuelle Gesetzesinitiative der Bundesregierung sieht eine starke Ausweitung des Abschlags vor, was Gesundheitsministerin Warken mit dem Sparbedarf der Krankenkassen begründet. Allerdings gibt es wachsende Kritik aus der Branche, auch vor dem Hintergrund, dass ähnliche Maßnahmen andere Industrien nicht betreffen und die Pharmaunternehmen bereits mit hohen Rabatten zur Stabilisierung des Systems beitragen. In aktuellen Medienrecherchen wird das Thema weiter vertieft: Sanofi warnt, dass eine übermäßige Belastung nicht nur zukünftige Investitionen in Deutschland gefährden, sondern auch das Innovationsklima ernsthaft beeinträchtigen könnte. Die Branche argumentiert, dass Rabatte wie der Herstellerabschlag aus deutscher Sicht den internationalen Wettbewerbsstandort schwächen – besonders in Zeiten, in denen wegen wachsender globaler Unsicherheiten und Lieferengpässen die Bedeutung lokaler Arzneimittelproduktion steigt. Die Regierung hält dagegen, dass ohne Reformen die Kassen-Beiträge mittelfristig aus dem Ruder laufen könnten und der Gesundheitssektor finanziell stabil gehalten werden muss.

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