Schutz für junge Influencer: CDU fordert strengere Regeln in sozialen Netzwerken

Die CDU fordert einheitlichere und härtere Vorschriften für Kinder-Influencer und will das Jugendarbeitsschutzgesetz auch auf Social Media ausweiten.

20.01.26 05:04 Uhr | 5 mal gelesen

Irgendwie hätte ich nie gedacht, dass Kinder-Influencer als politisches Thema mal so aktuell werden. Aber jetzt ist es so weit: Ein frischer Vorschlag der Frauen Union der CDU will Kinder, die – meist von den eigenen Eltern – für Insta und YouTube vor die Kamera gezerrt werden, endlich ähnlich schützen wie Kinderstars im Fernsehen oder Kino. Im Kern geht es darum, dass der Schutz des Jugendarbeitsschutzgesetzes auch für die gilt, die zuhause (also: scheinbar ganz entspannt im Wohnzimmer) Content für TikTok, Instagram und Co. produzieren. Nina Warken, Vorsitzende der Frauen Union und Bundesgesundheitsministerin, bringt es ziemlich pointiert auf den Punkt: Kinderrechte machen eben nicht am Rand des Bildschirms halt. Sie sagt, Kinder müssten womöglich auch vor ihren Eltern geschützt werden – weil manche sogenannte Family-Influencer keine Hemmungen kennen, intime Szenen mit Millionen zu teilen. Und ja, das stimmt wohl: Als Zuschauer wiegt einen das Label 'Familien-Content' oft in Sicherheit, dabei steckt hinter manchem Video schlicht Kinderarbeit. Die geplante Gesetzesänderung sieht vor, dass Kids unter 15, die für kommerzielle Social-Media-Inhalte genutzt werden, künftig als arbeitende Kinder gelten – so wie Kinderdarsteller im Theater oder in der Werbung auch. Eltern oder Dritte, die ihre Kinder im Netz vermarkten wollen, bräuchten dann eine klare Genehmigung und müssten strenge Regeln beachten. Ein Argument, das fast schon überraschend schlicht aber überzeugend daherkommt. Ob das jetzt alle Probleme löst? Wohl kaum. Und doch ist es ein Schritt – und vielleicht ein Weckruf an eine Gesellschaft, die auch online mal genauer hinschauen sollte.

Die CDU, insbesondere die Frauen Union, setzt sich aktuell dafür ein, dass Kinder, die von ihren Eltern als sogenannte Kinder-Influencer auf Social Media präsentiert werden, einem stärkeren gesetzlichen Schutz unterstehen sollen. Geplant ist, Social-Media-Arbeit von Kindern unter 15 Jahren als Erwerbsarbeit gesetzlich einzustufen – so wie es für andere mediale Darstellungen (z.B. Werbung, Film, Theater) längst gilt. Ziel ist es, Ausbeutung und Überforderung zu verhindern, indem kommerzielle Auftritte von Kindern im Netz einer Genehmigungspflicht und klaren Auflagen unterworfen werden. Inzwischen hat die Debatte Fahrt aufgenommen und wird von verschiedenen Initiativen und Parteien unterstützt, während Social-Media-Plattformen mit eigenen Richtlinien reagieren – diese reichen vielen Politikern und Jugendschützern allerdings nicht aus. Aktuelle Diskussionen in Medien und Gesellschaft drehen sich um das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Freiheit, digitaler Teilhabe und einem notwendigen Schutz vor ökonomischer Ausbeutung von Minderjährigen. Dem Entwurf zufolge sollen zukünftige Regelungen auch Sanktionen bei Missbrauch beinhalten, etwa Bußgelder und die Sperrung von Accounts; weitere Details dazu sind noch Gegenstand politischer Beratungen.

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