Manche Menschen scheinen einfach immer dazu zu gehören – so wie Walter Schultheiß. Schon sein Name klingt irgendwie vertraut, selbst für jene, die nie ein SWR-Hörspiel mit ihm gehört oder auf der Bühne erlebt haben. Der Schauspieler, Autor und Maler, geboren am 25. Mai 1924 in Tübingen, starb am 22. Dezember 2025 in Wildberg. Ganz still, im Familienkreis, wurde er beerdigt – kaum vorstellbar bei diesem öffentlichen Leben. Wer in den Sechzigern Radio hörte, erinnert sich an seine schrägen Straßenkehrer-Sketche, gemeinsam mit Werner Veidt. Der schwäbische Dialekt, sein ganz eigener Humor – das alles machte ihn zum Kult. Und ab da blieben die Türen der Studios offen: Hörspiele, Fernsehen, Theater, Kino – mal heiter, mal nachdenklich, immer wieder das vertraute Augenzwinkern. Besonders eindrücklich: seine Rollen in "Schwäbische Geschichten", "Der Eugen“ oder eben als grantelnder Rominger im "Bienzle-Tatort" – praktisch das Schwabenklischee, mit dem Herzen am rechten Fleck. Ein Urgestein eben, mit Jahren voller Auszeichnungen: Bundesverdienstkreuz, Verdienstmedaille Baden-Württemberg, Ehrenfilmpreis. Und trotzdem blieb er bis zuletzt ein Mensch zwischen Kunst, Familie und Alltag – mit dem Mut, alt zu werden ohne zu altern. Das SWR Fernsehen würdigt ihn mit eigenen Sondersendungen. Selten passte das Bild des Künstlers, der im Kleinen groß blieb, so gut auf einen Menschen wie auf ihn.
Walter Schultheiß, geboren 1924, war eine Institution der schwäbischen Mundart-Kultur und prägte Radio, Fernsehen und Theater im Südwesten Deutschlands über viele Jahrzehnte. Trotz seiner zahlreichen Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz und der Ehrenfilmpreis, blieb er ein Mensch, der seine Wurzeln und den Alltagsbezug nie verlor. Über seinen Tod hinaus lebt der Geist des Humoristen und feinsinnigen Alltagsbeobachters in vielen Produktionen, Erinnerungen und Erzählungen weiter. Schultheiß hielt die schwäbische Identität lebendig, indem er sie humorvoll, aber niemals karikierend auf die Bühne und in die Wohnzimmer brachte. In den letzten 48 Stunden würdigten regionale und überregionale Medien – etwa SWR, FAZ und die Süddeutsche – seinen immensen Einfluss auf die deutsche und speziell baden-württembergische Theaterszene, wobei viele Weggefährten und Schauspielkollegen ihre persönlichen Erinnerungen teilten. Zusätzlich wurde betont, dass Schultheiß mit seiner Offenheit für neue Medien und die Zusammenarbeit mit jüngeren Künstlern immer wieder Brücken zwischen Generationen schlug und so der Mundart eine neue Aktualität verlieh.