Manchmal vergisst man, wie sehr sich Stimmungen und Zahlen gegenseitig beeinflussen können: Laut Focus und unter Berufung auf das Bundesinnenministerium wurden zwischen Mai 2025 und dem 7. April 2026 exakt 28.684 Menschen an der Einreise nach Deutschland gehindert. In dieser Gruppe steckten auch 1.242, die eigenständig Asyl beantragen wollten – offensichtlich nicht mit Erfolg. Anders lief es dagegen für 1.104 Personen, darunter beispielsweise viele unbegleitete Minderjährige, denen der Eintritt aufgrund besonderer Schutzbedürftigkeit ermöglicht wurde. Interessant, vielleicht erschreckend: Die Gesamtzahl der eingereichten Asylerstanträge ist laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) drastisch gesunken – nur noch 85.280 Erstantragsteller von Mai 2025 bis März 2026, während es im gleichen Zeitraum des Vorjahres (Mai 2024 bis März 2025) noch satte 181.337 waren. Ein Rückgang um sage und schreibe 53 Prozent.
Der erste Impuls: Die neuen Grenzmaßnahmen scheinen zu wirken. Aber halt – der Schein trügt vielleicht. Denn obwohl weniger Menschen offiziell Asyl suchen, bedeutet das nicht, dass es weniger Versuche gibt, nach Deutschland zu kommen. Im Gegenteil: Wer an der Grenze gestoppt wird, könnte es später erneut versuchen. Das Bundesinnenministerium gibt zu, keinen genauen Überblick darüber zu haben, wie viele der Antragsteller bereits zuvor an der Grenze abgewiesen wurden. Ein Nebel liegt über diesen Bewegungen – und hinter jeder Zahl steckt eine eigene Geschichte.
Seit Einführung der umfassenderen Kontrollen an den deutschen Außengrenzen im Mai 2025 weist die Bundespolizei vermehrt Personen ab, die ohne gültige Dokumente oder Asylberechtigung versuchen, einzureisen. Die offizielle Reduzierung der Asylerstanträge in Deutschland – ganze 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – wird vielfach als Erfolg der neuen Grenzpolitik gewertet, während Kritiker warnen, dass viele Geflüchtete trotzdem andere, oftmals gefährlichere Wege suchen, etwa die Nutzung alternativer Routen durch Osteuropa. Neben dem Fokus auf Grenzsicherung und Abweisungen - darunter zahlreiche besonders schutzbedürftige Menschen wie unbegleitete Minderjährige - taucht in aktuellen Medienberichten immer wieder die Unsicherheit in Bezug auf die Statistik auf: Viele Migranten werden mehrfach abgefangen, und es bleibt schwer nachvollziehbar, wie oft einzelne Personen versuchen, sich doch irgendwie Zugang zu verschaffen.