So richtig abschreiben will Siemens Energy sein Windkraftgeschäft nicht – zumindest jetzt nicht. Christian Bruch, dem das Auf und Ab rund um die Windenergie vermutlich längst graue Haare eingebracht hat, stellte gegenüber der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung' unmissverständlich klar: Eine Abspaltung der schwächelnden Siemens Gamesa? „Würde gerade überhaupt keinen Sinn ergeben“, sagt er. Klar, bei Aktionären regt sich Unmut, insbesondere nachdem ein aktivistischer Investor daran rüttelte. Aber Bruch bleibt beharrlich: Gamesa sei „mitten im Turnaround“. Profitabilität stehe gerade über allem. Erst wenn Stabilität einkehrt, wolle man über weitere Schritte nachdenken.
Der Spielraum für Experimente ist gering – auch weil Siemens Energy bei den klassischen Kraftwerken punkten will. Bruch richtet den Blick nach Berlin und fordert die Regierung auf, ihre Versprechen beim Bau neuer Gaskraftwerke schnell umzusetzen. Immerhin: Die Einigung mit Brüssel über die Kraftwerksstrategie ist da, aber Bruch stichelt, dass erst Taten zählen. Deutschland, warnt er, drohe international abgehängt zu werden, weil andere Länder mit Neubauten schon davoneilen. „Unsere Gasturbinen sind gefragt, aber wir brauchen Planungssicherheit“, mahnt er.
Das Wirtschaftsministerium bestätigt, dass bald zwölf Gigawatt an steuerbarer Kraftwerksleistung ausgeschrieben werden – Gas soll einen satten Teil davon ausmachen. Während also überall Begeisterung für Wind herrscht, bremst Siemens Energy ab und setzt erstmal auf Sanierung und Rückenstärkung. Abspaltung? Auf Wiedervorlage – frühestens 2026, wenn Gamesa die Gewinnzone erreicht haben soll.
Siemens Energy bleibt bei seinem Windkraftgeschäft Siemens Gamesa und hält nichts von einer kurzfristigen Abspaltung, wie von einigen Aktionären gefordert. CEO Christian Bruch verweist auf den laufenden Sanierungskurs mit dem Ziel, bis 2026 die Gewinnschwelle zu erreichen. Gleichzeitig drängt das Unternehmen auf mehr Tempo beim Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland, nachdem sich Bundesregierung und EU-Kommission auf eine Kraftwerksstrategie geeinigt haben.
In aktuellen Berichten wird betont, dass der europäische Energiemarkt stark von Unsicherheit geprägt ist, insbesondere durch schwankende Energiepreise und geopolitische Spannungen. Deutschlands Rolle als Innovationsmotor in den Bereichen erneuerbare Energien und neue Kraftwerkstechnologien wird weltweit beobachtet und ist entscheidend für das Erreichen der Klimaziele. Die Kombination aus konsequentem Festhalten an der Windkraftsparte und dem Ausbau flexibler Gasinfrastruktur könnte Siemens Energy als zentralen Player der Energiezukunft positionieren.