Solarstrom und Gas: Neue Rekorde in der deutschen Stromerzeugung

438,2 Milliarden Kilowattstunden Strom hat Deutschland 2025 ins Netz gespeist. Das ist ein kleines Plus im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilt – und es gibt Überraschungen bei den Stromquellen.

heute 08:32 Uhr | 4 mal gelesen

Schaut man sich den Energiemix in Deutschland für 2025 an, dann fällt vor allem eins auf: Erneuerbare Energien liefern wie schon seit 2023 den Großteil des Stroms, und zwar 58,6 Prozent – fast identisch zum Vorjahr. Bemerkenswert: Die tatsächlich eingespeiste Strommenge aus Wind, Sonne, Wasser und Co. blieb trotzdem auf Vorjahresniveau, während der Anteil konventioneller Energieträger (also Kohle, Gas und so weiter) leicht anstieg – von 40,5 auf 41,4 Prozent. Ein genauer Blick lohnt sich: Der Wind spielte diesmal weniger mit und lieferte gut 3,6 Prozent weniger Strom als 2024, bleibt aber trotzdem die tragende Säule der erneuerbaren Stromproduktion. Wäre das Wetter günstiger gewesen – man weiß es nicht, aber vielleicht hätten wir heute eine andere Schlagzeile. Ganz anders sieht es bei der Sonnenkraft aus: Hier gab es einen starken Sprung von 17,4 Prozent; 70,1 Milliarden Kilowattstunden Sonnenstrom wurden eingespeist – das gab’s noch nie, seitdem das Bundesamt diese Werte erhebt (seit 2018). Wasserkraft dagegen schwächelte deutlich. Die Gründe? Wahrscheinlich Trockenperioden und ausbleibende Regentage, ein Faktor, der oft unterschätzt wird. Kohle verliert weiter an Bedeutung – nur noch 22,1 Prozent der Stromerzeugung, Tendenz sinkend. Das Erzählen von einem sinkenden Kohleanteil gehört fast schon zum guten Ton. Spannend ist hingegen der Blick auf Erdgas: Mit 70,6 Milliarden Kilowattstunden gab es auch hier einen Rekordwert. Der Anteil am deutschen Strommix kletterte das dritte Jahr in Folge (von Niedrigständen 2022 angesichts des russischen Angriffskrieges und der Gaspreisexplosion), auf nun mehr als 16 Prozent. Ein fast schon seltsamer Widerspruch: Im Jahrhundert der Energiewende feiert das fossile Erdgas kleine Comebacks. Interessant auch der Blick über die Grenzen. Deutschland importierte 2025 zwar weniger Strom als im Vorjahr, aber immer noch mehr, als exportiert wurde. Der Importüberschuss schrumpfte dennoch spürbar, ein kleiner Trost für die Exportfans. Über Jahre hinweg hatte Deutschland mehr Strom ausgeführt als eingeführt – das hat sich seit 2023 geändert. Wenn man das große Bild betrachtet, fallen die massiven Verschiebungen auf: Während 2018 noch fast zwei Drittel der deutschen Stromerzeugung aus fossilen Quellen stammten, hat sich das Verhältnis nun drehend verändert. Dennoch: Bei allen Rekorden ist der insgesamt produzierte Strom in Deutschland heute um etwa ein Viertel geringer als noch 2018. Die Zeiten, in denen wir Weltmeister im Stromexport waren, sind also vorerst vorbei.

2025 wurde in Deutschland bei der Stromerzeugung aus Sonnenenergie und Erdgas jeweils ein Allzeithoch erzielt – beide haben neue Bestmarken hinsichtlich der absoluten Strommenge und ihres Anteils am Gesamtmix aufgestellt. Auch wenn erneuerbare Energien weiterhin den Löwenanteil stellen, stagnierte ihre eingespeiste Strommenge, während die konventionellen Quellen, insbesondere Erdgas, zulegten. Das Windkraft-Ergebnis war durch ungünstige Wetterbedingungen leicht rückläufig; insbesondere die Kombination aus mehr Sonnenenergie und einem Anstieg der Gaseinspeisung zeigt, dass Wetterphänomene, technologische Fortschritte bei der Photovoltaik und die geopolitische Entwicklung (wie etwa die Energiekrise nach dem Ukraine-Krieg) die Dynamik im Strommarkt kräftig aufwirbeln. Aktuell sind viele Artikel erschienen, die den wachsenden Anteil von Solarenergie, die Herausforderungen bei wetterabhängigen Erneuerbaren, die unsichere Importlage und die deutsche Rolle im europäischen Stromnetz kritisch beleuchten.

Schlagwort aus diesem Artikel