Manchmal sind es die kleinen Handlungen, die für größere Zusammenhänge sinnbildlich stehen, finde ich. Die Entscheidung, ein Erkundungsteam der Bundeswehr Richtung Grönland zu entsenden – auf den ersten Blick fast nebensächlich –, entwickelt sich nun zu einem Statement für europäische Verantwortung. "Wir setzen ein sichtbares Zeichen dafür, dass Europa in Sachen Sicherheit nicht nur zusieht, sondern selbst das Heft in die Hand nimmt", betonte Siemtje Möller von der SPD-Fraktion. Vielleicht denkt man zunächst an Schnee und Eisbären statt Geopolitik, aber in Zeiten sich verändernder Machtverhältnisse in der Arktis wiegt solch ein Schritt durchaus schwer. Ganz ehrlich: Wer erwartet schon, dass das Thema Arktis zu einem Schauplatz europäischer Zusammenarbeit wird?
Das SPD-geführte Verteidigungsministerium befürwortet das Entsenden eines Bundeswehr-Erkundungsteams nach Grönland als Zeichen für wachsende europäische Zusammenarbeit angesichts geopolitischer Unsicherheiten in der Arktis. Die Region rückt durch den Klimawandel und zunehmende Aktivitäten von China und Russland stärker in den Fokus der internationalen Sicherheitspolitik. Laut verschiedenen Quellen wird seit Längerem darüber diskutiert, wie Europa und insbesondere Deutschland gemeinsam auf neue Herausforderungen im Norden reagieren können; der aktuelle Schritt wird als notwendiger Ausbau der sicherheitspolitischen Koordination angesehen.