Siemtje Möller, als Vize-Fraktionsvorsitzende der SPD zuständig für Außen- und Verteidigungspolitik, fand im Gespräch mit der Zeitung recht drastische Worte: Angesichts der brisanten Lage im Nahen Osten sei kein Raum für überhastete Militärentscheide. "Momentan fehlen mir schlichtweg die relevanten Informationen, die ich brauche, um unsere Verantwortung den Bundeswehrsoldaten gegenüber wahrzunehmen." Besonders forderte sie das Auswärtige Amt dazu auf, die rechtlichen und internationalen Rahmen noch zeitnah zu klären. Erst danach könne die Fraktion fundiert entscheiden.
Auch Adis Ahmetovic, Außenexperte der SPD, betonte den notwendigen Schutz deutscher Soldat:innen – und sieht einen möglichen Marineeinsatz möglichst gut durch einen offiziellen UN-Beschluss abgesichert. Diese zusätzliche Legitimation, sagt er sinngemäß, würde die Aktion besser schützen und international verankern.
Interne Austauschrunden zwischen Auswärtigem Amt, Verteidigungsministerium und Fachpolitiker:innen verliefen recht kritisch: Insbesondere Vertreter von Union und SPD pochten darauf, dass der genaue völkerrechtliche Rahmen unverzüglich deutlich werden müsse. Offene Fragen: Sind die Schiffe auf Einladung des Irans vor Ort? Oder würde Teheran wenigstens einen Einsatz der Bundeswehr dulden? Ohne diese Klarheit, so der Tenor, gebe es keinen "Blankoscheck".
Mehrere SPD-Parlamentarier beharren auf transparenten und international abgestimmten Rahmenbedingungen, bevor sie einer Bundeswehrmission in der Straße von Hormus grünes Licht geben. Sie verlangen insbesondere rechtliche Klarheit – sowohl hinsichtlich eines UN-Mandats als auch bezüglich der Zustimmung oder mindestens Duldung durch den Iran. Diese Bedenken spiegeln sich in aktuellen Diskussionen im Bundestag wider, wobei nicht nur die humanitäre, sondern auch die geopolitische Lage vor einem militärischen Engagement genau abgewogen werden muss. Neuere Analysen betonen zudem, dass ein isoliertes Vorgehen Deutschlands in der Hormus-Region die Gefahr regionaler Eskalationen erhöhen könnte und eine enge Abstimmung mit EU-Partnern gefordert ist. Gleichzeitig zeigen Recherchen, dass es auch innerhalb der Ampel-Koalition keine einheitliche Position zur internationalen Militärkooperation gibt – Debatten über Deutschlands Rolle bei solchen Einsätzen spitzen sich gerade wieder zu.