Baukrise: Hubertz will Digitalisierungsschub und mehr modulare Bauweise

Verena Hubertz (SPD), die parlamentarische Staatssekretärin im Bauministerium, präsentiert ein 13-Punkte-Programm, das den Preisanstieg beim Bauen ausbremsen und neue Impulse setzen soll.

heute 01:02 Uhr | 2 mal gelesen

Die zuletzt explodierenden Baukosten, so steht es ganz nüchtern im neuen Maßnahmenpaket, sind einer der Bremsklötze des deutschen Wohnungsmarkts. Darüber berichteten die Funke-Mediengruppe gestern. In dem Strategiepapier liest man Sätze wie: 'Es geht längst nicht mehr nur um Anreize fürs Bauen – sondern darum, dass Projekte überhaupt noch losgehen.' Hubertz schiebt per Plan an: Ab 2028 sollen Bauvorhaben grundsätzlich nur noch digital beantragt werden können. Papiersalat und Behördengänge? Künftig nur, wenn’s wirklich gar nicht mehr digital geht – Ausnahmen bestätigen hier die Regel. Ebenfalls geplant: Ein Bonussystem in der staatlichen Förderung, das förmlich auf schnellere und günstigere Bauweisen wie modulares oder serielles Bauen abzielt. Hinzu gesellt sich das Versprechen auf eine neue Förderstruktur: Bisher ein Dschungel aus Dutzenden Programmen, künftig will das Ministerium alles gebündelt und übersichtlicher machen. Konkret bedeutet das ein zentrales, modulares Förderprogramm speziell für Neubauten. Im Kern zielt der gesamte 13-Punkte-Plan neben niedrigen Bau- und Kaufnebenkosten auch auf schlankere Abläufe im Genehmigungsprozess – ohne Qualität und Sicherheit schleifen zu lassen. Nicht ganz am Rande: Letztes Jahr wurden in Deutschland so wenig Wohnungen fertig wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr. Das Statistische Bundesamt meldet für 2023 nur 206.600 abgeschlossene Einheiten – satte 18 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Irgendwie bitter.

Hubertz’ Ansatz verbindet Bürokratieabbau und technische Modernisierung im Bauwesen, wobei besonders digitale Prozesse und standardisierte Bauweisen wie Modulbau oder serielles Bauen gefördert werden sollen. Laut aktuellen Branchennachrichten diskutiert die Baubranche zudem verstärkt darüber, ob die Digitalisierung tatsächlich zu Kosteneinsparungen und mehr Tempo führt – einige Experten loben den Ansatz, andere fürchten, dass Planungssicherheit und Sozialstandards leiden könnten. Zusätzlich beobachtet man in 2024, dass bei großen Bauprojekten in anderen Ländern (z.B. Niederlande, Skandinavien) ähnliche Maßnahmen bereits zu Effizienzsteigerungen geführt haben, Deutschland hier jedoch noch deutlichen Nachholbedarf zeigt.

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