SPD-Generalsekretär hält trotz Wahldebakel an Regierungsbeteiligung fest

Trotz einer weiteren deutlichen Wahlschlappe betont SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf: Ein Verlassen der Koalition ist für ihn keine Option. Auch nach dem Machtverlust in Rheinland-Pfalz will die SPD auf Bundesebene Verantwortung übernehmen.

heute 09:11 Uhr | 2 mal gelesen

„Wir werden dieses Land mit Sicherheit nicht den politischen Rändern überlassen“, stellte Tim Klüssendorf am Montag in Interviews entgegen öffentlicher Spekulationen klar. Im Bundesland Rheinland-Pfalz musste die SPD am Sonntag eine herbe Niederlage gegen die CDU hinnehmen und verlässt damit nach stolzen 35 Jahren die Regierung. Kaum war das Wahlergebnis bekannt, forderten verschiedene Parteigruppen Konsequenzen von der Parteiführung. Ob dies zu personellen Veränderungen führen wird? Ganz aus der Luft gegriffen ist das nicht, aber ein Koalitionsende auf Bundesebene bleibt laut Klüssendorf momentan ausgeschlossen. Irgendwie ein Déjà-vu: Immer wieder steht die Führungsfrage im Raum, doch zugleich will man nicht die Verantwortung einfach abgeben. Mal sehen, wie sich das innerparteilich weiterentwickelt.

Tim Klüssendorf bekräftigte nach der herben SPD-Niederlage in Rheinland-Pfalz, dass ein Austritt aus der Regierungskoalition im Bund für ihn außer Frage steht. Interne Stimmen innerhalb der SPD fordern jedoch personelle Konsequenzen für die Parteispitze, insbesondere nach dem traditionellen Machtverlust im Land. Aktuelle Berichte anderer Medien bestätigen, dass die Parteiführung auf Zusammenhalt und Regierungsverantwortung pocht und eine Spaltung vermeiden möchte. Interessant daran ist, wie eng das Wahldebakel mit der bundespolitischen Stimmung verknüpft wird – auch bundesweit sieht sich die SPD mit sinkenden Umfragewerten konfrontiert. Zukunftsängste in der SPD sind spürbar, wenngleich die Parteispitze Geschlossenheit demonstrieren will. Laut einem aktuellen Bericht der ZEIT laufen im Hintergrund intensivere Debatten über die Zukunft von Scholz und weiteren Führungspersonen; Beobachter verweisen auf einen möglichen Richtungswechsel nach der Sommerpause. Neue Stimmen fordern zudem, die Volksparteien müssten klarer gegen den politischen Rechtsruck und Populismus Stellung beziehen. Laut Analysen von SPIEGEL und FAZ dürfe die SPD gerade jetzt ihr Profil nicht verlieren, um Handlungsfähigkeit zu bewahren.

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