SPD kritisiert Spahn für ‚Grönland-Verständnis‘ – Nähe zu Trump-Kurs?

Nach bemerkenswerten Äußerungen von Jens Spahn zu Trumps Grönland-Plänen sieht er sich heftigen Vorwürfen der SPD ausgesetzt – es geht um angebliche Sympathien für die Annexionsabsichten des US-Präsidenten.

19.01.26 15:44 Uhr | 3 mal gelesen

Die SPD attackiert den CDU-Politiker Jens Spahn scharf, weil er sich ungewohnt verständnisvoll zu Donald Trumps Ambitionen rund um Grönland geäußert hat. Adis Ahmetovic, außenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, las laut 'Stern' in Spahns Worten zwischen den Zeilen eine gewisse Offenheit für Trumps Vorgehen heraus: "Spahn scheint Trumps Kurs irgendwie durchaus etwas abzugewinnen." Dabei, so Ahmetovic weiter, müsse diese Position innerhalb der Union erst einmal aufgearbeitet werden. An der Seite von Kanzler Merz sieht sich die SPD indes klar positioniert: Unterstützung für den klaren Kurs gegen Trumps aggressive Politik und Solidarität mit Dänemark sowie Grönland seien selbstverständlich. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitschrift zeigte Spahn Verständnis für US-Interessen in Grönland: "Wenn man sich die Landkarte anschaut, wirken die Fragen der USA überaus nachvollziehbar – es geht ja auch um Schutz vor russischem Einfluss." Er gab sogar zu, dass Trump in dieser Hinsicht nicht völlig unrecht habe. Gleichzeitig warnte Spahn Europa vor übereilten Gegenmaßnahmen angesichts der amerikanischen Pläne bezüglich Grönland. (Und jetzt mal ehrlich: Wer hätte gedacht, dass Grönland je zum Politikum Nummer eins mutiert?)

Im Kern brennt gerade ein innerdeutscher Streit, der tief in transatlantische Beziehungen und geopolitische Befürchtungen taucht: Jens Spahn, CDU-Urgestein, geraten wegen seiner Offenheit für Trumps Grönland-Avancen unter Beschuss. Besonders die SPD bemängelt, dass Spahns Worte Raum für Interpretationen hinsichtlich einer Nähe zur US-Annexion lassen. Die Bundesregierung unter Friedrich Merz hält indes an einem harten, dänemark-freundlichen Kurs fest. Die Bedeutung Grönlands als geopolitisches Schachbrett zwischen den USA, Russland und Europa rückt dadurch wieder ins Rampenlicht, wie mehrere deutsche Medien im Licht aktueller Entwicklungen betonen. Übrigens erschien kürzlich ein Hintergrundbericht im Spiegel zu wachsendem geopolitischen Druck in der Arktis, in dem auch die Rolle der Nato und der EU-Rat thematisiert wird.

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