Spritpreise im Sturzflug erwartet: Kartellamt mahnt Tankstellen zur Ehrlichkeit

Nachdem die Ölpreise wegen einer Waffenruhe zwischen USA und Iran nachgegeben haben, fordert Andreas Mundt vom Bundeskartellamt zügige und spürbare Preissenkungen an deutschen Zapfsäulen.

heute 10:09 Uhr | 4 mal gelesen

Wenn das Rohöl günstiger wird, sollte das nicht bloß auf dem Papier stehen bleiben, meint Andreas Mundt, oberster Wettbewerbshüter Deutschlands. Er äußerte sich im Gespräch mit dem 'Handelsblatt' recht deutlich: 'Bei Preiserhöhungen sind die Tankstellen flott, da wäre es nur fair, wenn das auch für Preissenkungen gilt.' Gerade nach dem Iran-Konflikt habe Deutschland einen besonders kräftigen Anstieg gespürt – schneller als anderswo. Andere Länder seien da zum Teil durch gesetzliche Regeln vor überstürzten Preisanpassungen geschützt, in Deutschland aber nicht. Mundt bleibt trotzdem vorsichtig optimistisch: Die Neuregelung für Tankstellen sei nicht gescheitert, ihr Erfolg lasse sich allerdings erst später richtig bewerten. Was ihn freut: Das wilde Pendeln der Spritpreise – teils dutzende Sprünge am Tag – werde künftig eingedämmt. Sprit-Preisvergleiche sollen so nachvollziehbarer werden. Für viele – das weiß jeder, der schon mal spontan an die billigste Tanke um die Ecke gefahren ist – eine kleine, aber spürbare Erleichterung.

Kartellamtschef Andreas Mundt ist überzeugt: Die Ölpreis-Entspannung aufgrund geopolitischer Entwicklungen – aktuell dem Waffenstillstand zwischen USA und Iran – müsse sich direkt an den deutschen Zapfsäulen bemerkbar machen. Er kritisiert die bisherige Preispolitik der Tankstellen, die bei Preiserhöhungen sofort reagieren, bei Preissenkungen aber häufig zögern. Außerdem betont er, dass die neuen Marktregulierungen und mehr Transparenz für Verbraucher mittelfristig zu faireren Preisen und weniger Preissprüngen führen sollten. Ergänzend lässt sich feststellen, dass laut aktuellen Recherchen die europäischen Raffinerien unter hohem Wettbewerbsdruck stehen und viele Verbraucher ihre Tank-Gewohnheiten vermehrt an Preisanzeigen-Apps anpassen, um wenige Cent pro Liter zu sparen. Gleichzeitig wird die internationale Ölmarkt-Situation durch geopolitische Unsicherheiten und politische Eingriffe wie Preisdeckel beeinflusst, wodurch die Prognose zu kurzfristigen Preisentwicklungen teilweise schwierig bleibt. Auch Umweltaspekte, wie die sinkende Mineralöl-Nachfrage wegen Elektromobilität, üben langfristigen Druck auf die Spritpreise aus.

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