Wie Ideen die Realität berühren
Damit neue Technologien nicht nur im Elfenbeinturm der Wissenschaft entstehen, sondern in der echten Wirtschaft Wirkung zeigen, braucht es praxisorientierte Forschung. Ein gutes Beispiel: Das DANUBE DNA-Projekt beweist, wie wertvoll öffentliche Unterstützung für Angewandte Wissenschaften ist. Gerade Hochschulen wie die FH CAMPUS 02 geben Unternehmen, Kommunen und Organisationen greifbare Impulse für mehr Innovation – und das oft mit erstaunlich wenig Ressourcen.
Ob Energiekosten, Klimaschutz oder digitale Transformation: Diese Hochschulen sitzen quasi an den Nahtstellen unserer dringlichsten Herausforderungen. Sie helfen nicht nur, gesellschaftlichen Wandel anzuschieben, sondern sorgen, unauffällig, aber zuverlässig, auch noch für beachtliche Wertschöpfung. Seit drei Jahrzehnten sind sie die Brenngläser, durch die Zukunftsthemen schneller zur Wirkung gelangen.
Daher, so Ulrike Prommer von der FHK, müssten gerade jetzt Wege gefunden werden, Forschung langfristig sicher zu finanzieren – nicht zuletzt, um Österreichs Innovationskraft und sozialen Zusammenhalt nicht irgendwann zu verspielen.
Von der Messidee bis zum Steckerziehen
An der FH CAMPUS 02 laufen aktuell zwei Pilotprojekte zum Ausbau flexibler, kabelloser Energiemesstechnik. Gerade kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) fehlt es bis heute an günstigen Werkzeugen, mit denen sie ihren Energieverbrauch sinnvoll messen und senken können. Ein Umstand, den das neue Sensorsystem jetzt beheben könnte.
Sensorik, die mitwächst – und mitwandert
Im Zuge des transnationalen INTERREG DANUBE-Projekts (Start: April 2025) arbeiten sechs Partner aus verschiedenen Ländern an einem nutzerfreundlichen System, das speziell auf KMU zugeschnitten ist. "Branchenunabhängige Energiedaten sind das A und O für mehr Effizienz entlang der Donau – deshalb setzen wir auf kabellose, mobile Sensoren", so Projektleiter Gernot Hofer.
Technisch gesehen erlaubt das System, Sensoren flexibel an unterschiedlichen Stellen zu platzieren, um relevante Messdaten via Gateway zu bündeln. Die Übertragung läuft diskret und vorverarbeitet, damit nicht zu viele Daten auflaufen. Noch im Test: die Einbindung weiterer, etwa für Druckluft relevante, physikalische Werte.
Technik, die bleibt und nachrüstet
Durch intelligente Datenvorverarbeitung lässt sich die begrenzte Übertragungsrate von LORAWAN sinnvoll nutzen. Das alles ist für Unternehmen nicht nur erschwinglich, sondern kann auch unkompliziert durch den Haus-Elektriker installiert oder erweitert werden – ein Sensor hier weg, der gleiche Sensor dort hin, ohne Fachbetrieb oder lange Betriebsunterbrechungen. Ideal für kontinuierliches Monitoring und nachhaltige, punktgenaue Maßnahmen.
Erweiterungsfähig, flexibel, kostenschonend: Diese Messlösung könnte der Durchbruch fürs Energiemanagement in KMU sein – und vielleicht, so ein Gedanke am Rande, wird so manches österreichische Unternehmen vom träge gewordenen Energieverbraucher zum smarten Energiesparer.
Gefördert wird das Projekt zu 80 Prozent durch die EU INTERREG DANUBE Initiative.
Fragen? Ansprechpartner:innen der FH CAMPUS 02 stehen bereit, per Mail oder Telefon.
Zusammenfassend ist das in Graz (FH CAMPUS 02) entwickelte, drahtlose Energiemesssystem ein Paradebeispiel für gelingende angewandte Forschung, die unmittelbar Wirtschaft und Energieeffizienz in KMUs fördert. Die Sensorik ist mobil, flexibel und billig anzubringen, auch ein nachträgliches oder temporäres Auslesen wird so für kleinere Betriebe erschwinglich und praktikabel. Aufgrund der intelligenten Vorverarbeitung und Erweiterbarkeit bleibt die Lösung nicht auf Energiedaten beschränkt: Sie kann perspektivisch etwa auch Druckluftverluste oder andere physikalische Größen messen, vorausgesetzt die technischen Hürden (wie begrenzte Datenübertragungsraten) werden kreativ gelöst. Die öffentlich getragene Finanzierung hebt nicht nur die technische Entwicklung, sondern stärkt auch Transfer und Wissenstransfer regional wie international. Im Kontext aktueller Entwicklungen zeigt ein Blick auf andere neue Projekte und politische Entscheidungen, dass Investitionen in die Digitalisierung und Energieeffizienz – etwa durch staatliche Förderprogramme oder steuerliche Anreize – weltweit auf der Agenda stehen, wobei Deutschland aktuell die Ausweitung steuerlicher Förderung kleiner Betriebe plant (laut Spiegel und Süddeutsche). Die Nachfrage nach einfachen, aber robusten Datenerfassungssystemen wächst laut aktuellen Berichten signifikant auch im Gefolge der Klimakrise. Nach Recherchen auf weiteren Nachrichtenportalen wird insbesondere die EU-weite Harmonisierung von Energiestandards als Zukunftsthema diskutiert; in Österreich etwa fordert die Wirtschaftskammer zusätzliche Unterstützungsprogramme für den Mittelstand, um Innovationen schneller in die Praxis umzusetzen.