Stegner – früher SPD-Vize – ergänzte: "Politik ist kein Streichelzoo. Die SPD verliert nicht gleich die Nerven, wenn Merz lauter wird." Inhaltlich, so betont er, stehe die SPD für einen anderen Reformbegriff: Es gehe nicht um Maßnahmen, die der Bevölkerung schaden. "Die Union täte gut daran, das endlich zu akzeptieren."
Merz hatte zu Wochenbeginn gefordert, der Koalitionspartner SPD solle dringend mehr Bereitschaft zu grundlegenden Reformen zeigen: "Ich werde das heute Abend mit der SPD sehr eindringlich diskutieren", kündigte er an.
Die Debatte um Friedrich Merz‘ jüngste Appelle an die SPD sorgt für neue Spannungen in der Regierungskoalition. Während Merz zu mehr Entschlossenheit bei Reformen drängt, verweist die SPD unter anderem durch Stegner auf ihre eigenen Vorstellung von Reformpolitik, die sozialen Belangen verpflichtet ist. Aktuelle Medienberichte aus den letzten 48 Stunden deuten darauf hin, dass nicht nur die Tonlage, sondern auch die inhaltlichen Differenzen zwischen CDU- und SPD-geführtem Politikstil deutlich zugenommen haben. Zudem wird in aktuellen Kommentaren verstärkt die Frage diskutiert, wie viel Streit eine Koalition öffentlich führen kann, ohne das Vertrauen der Wähler zu riskieren. Ein weiterer Aspekt, der aktuell in einigen Medien betont wird: Das Verhalten von Merz stößt immer wieder auch in der eigenen Partei auf gemischte Reaktionen.