Streeck äußerte gegenüber der 'Rheinischen Post', dass er ein entschlossenes Nutzungsverbot sozialer Medien für Kinder unter 14 Jahren befürwortet. 'Kinder können die manipulativen Strukturen sozialer Netzwerke schlicht kaum überblicken', so der CDU-Politiker. Aber mit steigendem Alter müsse der Fokus auf wachsende Selbstverantwortung und auf schützende Rahmenbedingungen gesetzt werden. Verpflichtungen für Plattformen – etwa zum besonderen Schutz der Jüngsten – spielen laut Streeck eine zentrale Rolle. Diese sollen auf Sicherheit statt auf Dauernutzung zielen. Und: Gesetze müssten konsequent angewendet werden, meint er.
Technische Lösungen hält Streeck für unumgänglich, insbesondere eine kompetente Altersüberprüfung. Daneben fordert er mehr Vermittlung von Medienkompetenz und aktive Elternunterstützung. Für ihn steht fest: 'Jugendmedienschutz ist kein ideologisches Gefecht, sondern betrifft Gesundheit, Entwicklung – und letztlich auch Demokratie', betont er. Digitale Teilhabe bleibt wichtig, müsse aber sicher und gesund sein. Die Herausforderung: Wissenschaftlich fundierte und parteiübergreifende Antworten auf die veränderten digitalen Realitäten finden.
Streeck macht deutlich, dass soziale Medien Chance und Risiko zugleich seien: Sie bieten Austausch, aber auch riskantes Nutzungsverhalten, das mittlerweile bei einem Viertel der Kinder zu beobachten ist. 'Das ist kein individuelles Problem, sondern Ausdruck von Plattformdesigns, die gezielt auf Aufmerksamkeit und Bindung setzen', sagt er – etwa durch 'endlose Feeds' und automatische Playlists. Zudem besteht ihm zufolge die Gefahr, dass schädliche oder radikale Inhalte verstärkt verbreitet werden. Wer in der Debatte allein auf Eigenverantwortung setze, unterschätze die Realität, so seine Einschätzung. Daher brauche es klare Altersgrenzen und deren strikte Umsetzung.
Streeck argumentiert, dass ein rigoroses Nutzungsverbot für Kinder unter 14 in sozialen Netzwerken notwendig sei, um sie vor negativen Einflüssen und manipulativen Mechanismen zu schützen. Jugendliche ab 14 sollten schrittweise mehr Verantwortung erhalten, allerdings innerhalb klar festgelegter, schützender Rahmen, die Plattformen dazu verpflichten, weniger auf Bindung als auf Sicherheit zu setzen. Zentrale Forderungen sind eine zuverlässige Altersüberprüfung, Ausbau von Medienkompetenz sowie Unterstützung der Eltern; laut Streeck ist der Schutz von Minderjährigen vor problematischem Onlineverhalten kein kulturpolitisches, sondern ein gesundheitliches und demokratisches Anliegen.
Erweiterte Details: Verschiedene Medien berichten in den letzten Tagen verstärkt über die Debatte um schärfere Maßnahmen beim Schutz von Kindern in sozialen Netzwerken. Die taz beleuchtet in einem aktuellen Dossier, dass auch die EU-Kommission neue Verordnungen plant, die es Plattformen erschweren sollen, die Daten von Minderjährigen zu kommerziellen Zwecken zu nutzen. Die Süddeutsche Zeitung hebt in einem Leitartikel hervor, dass die Umsetzung von Altersverifikation in der Praxis bislang oft lückenhaft bleibt. Spiegel Online betont in einer Analyse, dass viele Eltern und Schulen sich mit der rasanten Entwicklung sozialer Netzwerke überfordert fühlen – und politische Einigkeit darüber bestehe, dass medienpädagogische Angebote ausgebaut werden müssen.