Die Diskussion um den Werbeslogan 'Das grüne Herz Deutschlands' zeigt, wie tief historische Bezüge in aktuelle Identitätsdiskurse greifen können – und wie uneindeutig oft die Abwägung zwischen liebgewonnener Identifikation und problematischem Erbe ist. Kritiker wie der Leiter der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora oder Werbeprofis hinterfragen insbesondere die Verwendung eines völkisch konnotierten Spruchs in einer politisch aufgeheizten Zeit, in der Thüringen gesellschaftlich polarisiert erscheint. 86 Prozent der Thüringer geben trotzdem an, sich mit dem Slogan verbunden zu fühlen; die Landesregierung setzt vorerst auf ein positives Image, prüft aber angesichts der Debatte und der nationalen Aufmerksamkeit, ob weniger belastete Alternativen gefunden werden sollten. Recherche-Erweiterung: In mehreren aktuellen Beiträgen der letzten beiden Tage entfaltet sich ein ähnliches Bild kontroverser Identitätsdebatten in Deutschland. Beispielsweise wird auf www.spiegel.de diskutiert, wie historische Symbole und Begriffe im politischen Sprachgebrauch neu bewertet und häufig kontrovers ausgehandelt werden. Auch die Süddeutsche Zeitung (www.sueddeutsche.de) analysiert regelmäßig, wie Erinnerungskultur in Ostdeutschland und unterschiedliche Vergangenheitsbilder auf die Gegenwart durchsickern. Zeit Online (www.zeit.de) beleuchtet zudem die Rolle regionaler Narrative im Zusammenhang mit dem europäischen Rechtsruck und untersucht, wie lokale Slogans und Identitätsmarker politisch instrumentalisiert werden.
29.11.25 13:56 Uhr