Studio16 ist ein vom NDR neu konzipiertes YouTube-Format, das erstmals die Kompetenz aller 16 norddeutschen Regionalstudios bündelt und jungen Menschen (ab 30, aber ehrlich: auch vielen jüngeren) regionale Geschichten frisch serviert. Die Hosts Anna Albrecht und Jonathan Doll geben dem Ganzen mit ihrer Expertise und ihrer Präsenz Gesicht und Stimme. Themen wie Wohnungsnot oder die Nachwuchssorgen der Freiwilligen Feuerwehr greifen aktuelle Sorgen genauso wie Alltagsmomente auf – stets mit Blick auf die Besonderheiten der Region. Auffällig ist die Abkehr vom klassischen Moderationsstudio: Der Norden selbst wird zum Studio, jede Folge spielt an einem anderen, authentischen Ort. Die Ausrichtung auf YouTube ist kein Zufall, sondern Strategie: So begegnet der NDR der Medienrealität einer Zielgruppe, für die lineares Fernsehen oft schon Relikt ist. Laut taz und Spiegel ist dies Teil einer größeren Bewegung öffentlich-rechtlicher Medien, sich Plattformen wie YouTube oder TikTok zu öffnen und produktionstechnisch nachzuziehen. Gerade junge Reporterteams erhöhen die Glaubwürdigkeit – allerdings trifft Regionalität bei manchen Nutzern auch auf Skepsis, ob Reportage-Stil und Social-Media-Cutting wirklich immer zusammenpassen. (Weitere relevante Hintergrundinfos: Die Medienlandschaft im norddeutschen Raum steckt teilweise in der Sackgasse, zumindest, wenn es um Nachwuchs und junge Zielgruppen geht. Studio16 ist eindeutig ein Versuch, nicht nur zu jüngeren Zuschauer:innen durchzudringen, sondern auch den Diskurs in Zeiten digitaler Desinformation gezielt vor Ort zu verankern.)