Studio16: NDRs frisches YouTube-Angebot bringt jungen Norden ins Rampenlicht

Der NDR wagt ein neues Experiment: Mit 'Studio16' erzählen junge Reporterinnen und Reporter, was Norddeutschland heute wirklich bewegt – für alle, die YouTube öfter sehen als die Tagesschau.

heute 10:52 Uhr | 3 mal gelesen

Schon lange war Fernsehen für viele – vor allem jüngere – Menschen ins Abseits geraten, irgendwo zwischen TikTok-Reels und WhatsApp-Sprachnachrichten. Jetzt versucht der NDR wohl, das Rad ein Stück zurückzudrehen, aber zeitgemäß: 'Studio16' holt die Geschichten von der Straße direkt ins Netz. Die sechszehn Regionalstudios des NDR liefern Stoff aus dem Alltag, verpackt von Reporter:innen, die mindestens genauso neugierig sind wie ihr Publikum. In jeder Folge nehmen Anna Albrecht und Jonathan Doll – je nach Dreh – die Moderation in die Hand. Mal geht's um Wohnträume, mal um knarzende Feuerwehrstationen. Das Format ist dabei keine steife Nachrichtenschau, sondern ein lockerer, authentischer Blick auf echte Herausforderungen im Norden. Der Clou: Gedreht wird genau dort, wo die Geschichten liegen, sei's im Hafennebel oder mitten auf der Dorfstraße. Produziert von Schleswig-Holstein aus, gibt Studio16 nicht nur jungem Journalismus Raum, sondern betritt Medienpfade, die der klassische NDR bislang oft übersehen hat. Premiere war am 11. Februar, immer auf YouTube – eben da, wo die Zielgruppe wirklich unterwegs ist.

Studio16 ist ein vom NDR neu konzipiertes YouTube-Format, das erstmals die Kompetenz aller 16 norddeutschen Regionalstudios bündelt und jungen Menschen (ab 30, aber ehrlich: auch vielen jüngeren) regionale Geschichten frisch serviert. Die Hosts Anna Albrecht und Jonathan Doll geben dem Ganzen mit ihrer Expertise und ihrer Präsenz Gesicht und Stimme. Themen wie Wohnungsnot oder die Nachwuchssorgen der Freiwilligen Feuerwehr greifen aktuelle Sorgen genauso wie Alltagsmomente auf – stets mit Blick auf die Besonderheiten der Region. Auffällig ist die Abkehr vom klassischen Moderationsstudio: Der Norden selbst wird zum Studio, jede Folge spielt an einem anderen, authentischen Ort. Die Ausrichtung auf YouTube ist kein Zufall, sondern Strategie: So begegnet der NDR der Medienrealität einer Zielgruppe, für die lineares Fernsehen oft schon Relikt ist. Laut taz und Spiegel ist dies Teil einer größeren Bewegung öffentlich-rechtlicher Medien, sich Plattformen wie YouTube oder TikTok zu öffnen und produktionstechnisch nachzuziehen. Gerade junge Reporterteams erhöhen die Glaubwürdigkeit – allerdings trifft Regionalität bei manchen Nutzern auch auf Skepsis, ob Reportage-Stil und Social-Media-Cutting wirklich immer zusammenpassen. (Weitere relevante Hintergrundinfos: Die Medienlandschaft im norddeutschen Raum steckt teilweise in der Sackgasse, zumindest, wenn es um Nachwuchs und junge Zielgruppen geht. Studio16 ist eindeutig ein Versuch, nicht nur zu jüngeren Zuschauer:innen durchzudringen, sondern auch den Diskurs in Zeiten digitaler Desinformation gezielt vor Ort zu verankern.)

Schlagwort aus diesem Artikel