In den jüngsten Verhandlungsrunden zwischen CineStar und ver.di gab es Annäherungen, wie sie lange nicht zu beobachten waren. CineStar zeigt sich überraschend flexibel und hat ein Angebot unterbreitet, das bereits zu Beginn eine Lohnerhöhung von über 10 Prozent gegenüber der letzten Einigung bedeutet – was in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten nicht unerheblich ist. Der Optimismus ist spürbar: Firmenchef Oliver Fock spricht von einer Gesprächsatmosphäre, in der das gemeinsame Finden einer tragbaren Lösung durchweg im Vordergrund steht. Auch Kollege Michael Strohmenger betont das Ziel, ein Ergebnis zu erzielen, das sowohl den Wünschen der Beschäftigten als auch der komplizierten Struktur der Standorte gerecht wird – kein einfaches Unterfangen. Die Parteien machen deutlich: Es gibt noch Arbeit, aber man glaubt, recht bald einen Kompromiss zu erreichen. Das nächste Treffen ist jedenfalls schon für den 14. April 2026 geplant. Noch ein paar Worte zur CineStar-Gruppe selbst: Mit 44 Kinos – von Blockbuster-Tempeln bis zu kleinen Arthouse-Perlen – ist CineStar einer der großen Player im deutschen Kinomarkt. Die Zentrale in Lübeck steuert dabei ein Portfolio, das dem australischen Branchenriesen Event Hospitality & Entertainment gehört. Andererseits: Gerade im Kinobereich ist die Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Mitarbeiterinteresse immer wieder ein echtes Kunststück.
Die Verhandlungen im aktuellen Tarifkonflikt zwischen CineStar und ver.di nähern sich offenbar einer Lösung an. CineStar hat der Gewerkschaft ein Angebot gemacht, das den Einstieg in eine Gehaltserhöhung von über 10 % vorsieht, während weiterhin intensiv verhandelt wird. Branchenweit stehen Kinoketten in Deutschland unter erheblichem wirtschaftlichen Druck: Laut FAZ und SZ kämpfen viele Lichtspielhäuser mit rückläufigen Besucherzahlen nach der Corona-Pandemie und sich verändernden Konsumgewohnheiten, was die Tarifgespräche zusätzlich erschwert. Nach Recherchen von DW, taz und Zeit haben sich Arbeitskämpfe im Kulturbereich zuletzt verstärkt; viele Beschäftigte verlangen sichere und besser bezahlte Arbeitsplätze, um den Wandel der Branche zu überstehen (Aktuelles aus: www.taz.de, www.dw.com, www.spiegel.de u.a.). In anderen aktuellen Tarifrunden, beispielsweise bei Cinemaxx oder UCI, finden ähnlich zähe Gespräche statt, wobei ver.di auch mehrfach zu Warnstreiks aufrief. Die nächste Runde der CineStar-Verhandlungen ist für Frühjahr 2026 angesetzt – ob sie den Knoten endlich löst, bleibt abzuwarten.