Unklarheit bei Finanzierung des Industriestrompreises bleibt bestehen

Die Bundesregierung steht bei der Planung eines subventionierten Industriestrompreises weiterhin vor finanziellen Unsicherheiten.

07.01.26 14:59 Uhr | 11 mal gelesen

Offenbar ist die Finanzierung des geplanten Industriestrompreises noch längst nicht in trockenen Tüchern. Das geht aus einem vertraulichen Papier des Wirtschaftsministeriums hervor, das dem 'Handelsblatt' vorliegt. Demnach klafft eine erhebliche Lücke in der Finanzierung: Bisher sind für die Jahre 2027 bis 2029 keine Mittel im Klima- und Transformationsfonds (KTF) reserviert – was eine gewisse Ironie innehat, wenn man bedenkt, wie oft politisch das Tor zur Transformation beschworen wird. Trotzdem soll der subventionierte Preis von 50 Euro je Megawattstunde für energiehungrige Betriebe weiterverfolgt werden. In dieser Vorlage heißt es weiter, dass die Finanzierung explizit noch mit dem Bundesfinanzministerium ausgehandelt werden müsse – Bürokratie-Deutsch at its best. Interessant ist außerdem: Die veranschlagten Kosten sind spürbar gestiegen, vor allem weil nun die parallele Nutzung mit anderen Strompreisbeihilfen erlaubt werden könnte. Statt der vorher genannten 2,7 Milliarden sind mittlerweile 3,4 Milliarden Euro im Gespräch. Bis zum Ende des zweiten Quartals 2026, so die Hoffnung, könnte es Klarheit geben. Solange bleibt: viel Papier, viele Fragen, wenig Geld. Ach ja, und dazwischen irgendwo stehen deutsche Industriestandorte – und hoffen wohl auf stabile Rahmenbedingungen.

Kurz gefasst: Der angestrebte Industriestrompreis – eine staatliche Hilfe, die energieintensive Unternehmen mit günstigeren Strompreisen unterstützen soll – hängt weiterhin in der Luft, weil die eigentliche Finanzierung noch nicht gesichert ist. Die veranschlagten Kosten steigen, während der zuständige Fonds bislang leer bleibt, was politischen wie wirtschaftlichen Druck gleichermaßen erhöht. Neuere Berichte unterstreichen, dass die Debatte hitzig geführt wird, da insbesondere der Industriestandort Deutschland unter dem Spardruck und angesichts steigender Energiepreise ins Wanken geraten könnte. Erweiterte Recherche: Die Diskussion um den Industriestrompreis bewegt zunehmend auch die Medienlandschaft. Laut taz wird in der Bundesregierung weiterhin um die Details und die Finanzierung gerungen, wobei Gewerkschaften und Industrieverbände mehr Verbindlichkeit fordern Quelle: taz.de. Die FAZ hebt hervor, dass ohne eine schnelle Lösung wichtige Investitionsentscheidungen deutscher Konzerne vertagt oder gar ins Ausland verschoben werden könnten Quelle: FAZ.net. Die Süddeutsche berichtet, dass immer mehr Unternehmen öffentlich den Industriestrompreis als entscheidendes Kriterium für den Verbleib ihrer Produktion am Standort Deutschland nennen – ein Thema, das für viele in der Politik inzwischen zur Nagelprobe für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Industrie geworden ist Quelle: sueddeutsche.de.

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