Airbus: Deutsche Satelliten-Offensive für die Bundeswehr

Airbus will beim bislang größten Raumfahrtprojekt der Bundesrepublik, dem bis zu zehn Milliarden Euro schweren Bundeswehr-Satellitenprogramm SATCOMBw 4, eine führende Rolle einnehmen. Dafür stellt der Konzern in Aussicht, einen neuen Produktionsstandort für Satelliten in Deutschland aufzubauen. Mit nachdrücklichem Verweis auf die eigene Expertise in der schnellen Serienfertigung – wie sie etwa schon bei OneWeb unter Beweis gestellt wurde – bringt sich Airbus in Stellung.

heute 16:42 Uhr | 3 mal gelesen

An diesem Montag geht in Toulouse eine brandneue Montagehalle an den Start, in der künftig 440 weitere OneWeb-Satelliten gebaut werden sollen. "Uns sitzt die Uhr im Nacken – und zum Glück sind wir ziemlich schnell am Werk", so Wolfgang Dürr von Airbus. Im Hintergrund läuft außerdem die geplante Fusion mit Wettbewerbern wie Thales und Leonardo, doch betont Dürr: Die nationalen Interessen, gerade für deutsche Rüstungsprojekte, blieben davon unberührt. Besonders wichtig im Rennen um SATCOMBw 4: Ein Großteil der Wertschöpfung soll nach Deutschland geholt werden. Schon beim vorherigen Programm SATCOMBw 3 gab’s einen eindeutigen Schwerpunkt auf deutschen Standorten. Übrigens: Auch Rheinmetall und OHB, ein Bremer Satellitenbauer, mischen da mit – es wird also spannend. Die offizielle Ausschreibung für das Riesenprojekt steht kurz bevor, und Airbus geht mit einer starken Belegschaft von knapp 3.600 Raumfahrtangestellten in Deutschland ins Rennen. Nach harten Jahren spricht Finanzvorstand Thomas Toepfer sogar vom "echten Turnaround" in der einst lahmenden Sparte.

Airbus pusht selbstbewusst seine Ambitionen, bei der geplanten SATCOMBw 4-Satelliten-Konstellation der Bundeswehr das Rennen zu machen und verspricht dafür explizit Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland. Die geplante massive Investition (bis zu zehn Milliarden Euro) beinhaltet die Fertigung von mindestens 100 Satelliten, die Verteidigungskapazitäten und sichere Kommunikation für Deutschland sichern sollen. Aktuell dominiert Airbus mit hoher Fertigungsexpertise, muss sich aber auch gegen Konsortien wie Rheinmetall/OHB behaupten, die ebenfalls mitmischen und auf die baldige Ausschreibung warten. Der globale Sicherheitskontext – gestiegene Bedrohungslagen, Ausbau eigenständiger Fähigkeiten – sorgt für zusätzlichen politischen Rückenwind. Neuere Entwicklungen: Laut aktueller Pressestimmen setzen sowohl Politik als auch Bundeswehr verstärkt auf die Modernisierung der Kommunikationsinfrastruktur aus dem All, befeuert auch vom Ukrainekrieg. Außerdem wird die Bedeutung standortnaher Fertigung zunehmend thematisiert, ganz zu schweigen vom zunehmenden Wettbewerb und der engen europäischen Zusammenarbeit. Airbus´ Strategie – nationale Ankerpunkte bei gleichzeitiger europäischer Vernetzung – scheint derzeit viele Türen zu öffnen.

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