VdK-Chefin kritisiert Dobrindt: Falsche Darstellung beim Bürgergeld

Verena Bentele, Vorsitzende des Sozialverbands VdK, wirft CSU-Politiker Alexander Dobrindt vor, beim Thema Bürgergeld die Tatsachen zu verdrehen. Im Gespräch mit der "Rheinischen Post" stellt sie klar: Von deutlichen Erhöhungen, wie sie Dobrindt behauptet, fehle jede Spur.

heute 13:18 Uhr | 2 mal gelesen

Das Bürgergeld stagniert seit Jahren – keine nennenswerte Aufstockung trotz Inflation, sagt Bentele. Sie verweist darauf: Immer weniger Menschen können sich ihren Lebensstandard leisten, während die Preise im Alltag ständig steigen. Wer auf Bürgergeld angewiesen ist, dem bleiben am Tag gerade mal sechs Euro für die Ernährung. Wer ernsthaft glaubt, hier ließe sich noch sparen, der sollte den Alltag dieser Menschen einmal selbst durchleben, fordert sie unverblümt. Minister Dobrindt hat derweil öffentlich Kürzungen beim Bürgergeld ins Gespräch gebracht – ein Vorschlag, der bei Betroffenen auf wenig Verständnis stößt. Übrigens, manchmal fragt man sich wirklich, ob solche politischen Ideen im echten Leben getestet wurden oder bloß am Schreibtisch entstehen.

Die Debatte um das Bürgergeld bleibt hitzig: VdK-Präsidentin Verena Bentele wirft Alexander Dobrindt gezielte Irreführung vor, weil dieser von massiven Steigerungen spricht – faktisch aber keine nennenswerten Erhöhungen stattgefunden haben. Während der Lebensunterhalt durch die Inflation für viele teurer wird, stagniert der Regelsatz für Bürgergeld-Empfänger; das sorgt für Unmut und Existenzängste. Aktuelle Berichte aus anderen Medien zeigen zudem, dass besonders Alleinerziehende und Familien durch die geringe Anhebung in ernsthafte Schwierigkeiten geraten – Sozialverbände fordern eine dringend nötige Anpassung an die reale Preisentwicklung. Eine neue Umfrage des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt zudem, dass das Vertrauen in die Sozialsysteme schwindet – viele Betroffene fühlen sich abgehängt und missverstanden. Auch aus Politik und Gesellschaft werden Stimmen lauter, die eine grundlegende Überarbeitung des Bürgergelds und mehr Solidarität mit Geringverdienern sowie Arbeitslosen anmahnen. Währenddessen bleibt der politische Schlagabtausch geprägt von parteipolitischen Zielen und wenig Einblick in die Lebenswelt der Betroffenen.

Schlagwort aus diesem Artikel