Die Forschung mit Tieren verfolgt in der Bundeswehr vor allem das Ziel, den Schutz wie auch die medizinische Versorgung der Soldaten zu garantieren. Die Vorschriften zum Tierschutz werden dabei laut Ministerium berücksichtigt – zumindest auf dem Papier. Interessant daran ist, dass laut Sprecher die Anzahl solcher Versuche in den letzten Jahren rückläufig war, künftig aber eher wieder nach oben schnellen könnte. Verantwortlich dafür seien veränderte Sicherheitslagen, der Ausbau der Streitkräfte und neue Forschungsvorhaben, die entsprechende Experimente erforderlich machen. Es bleibt ein gewisser Beigeschmack, denn genaue Zahlen zu einzelnen Experimenten werden weiterhin nicht öffentlich gemacht. Angeblich, um wehrwissenschaftliche Projekte nicht preiszugeben – einzelne Zahlen ohne Kontext brächten ohnehin wenig, wird betont. Dass aber ausgerechnet der Bundestag informiert wird, während die Öffentlichkeit im Dunkeln tappt, hinterlässt Fragen.
Tierversuche in militärischer Forschung sorgen regelmäßig für Diskussionen, weil sie ethisch sensibel sind und selten transparent gemacht werden. Laut aktuellen Berichten nimmt die Bedrohungslage für die Bundesrepublik zu, was wiederum mehr Forschung – auch mit Tieren – nötig macht, beispielsweise um Schutzsysteme oder Medizin für Kriseneinsätze zu verbessern. Während verteidigungspolitisch argumentiert wird, dass ohne diese Experimente viele sicherheitsrelevante Erkenntnisse fehlen würden, wachsen die Forderungen nach offenerer Kommunikation und nach Alternativen zu Tierversuchen; einige Tierschutzverbände fordern längst ein konsequentes Umdenken.