Spritpreise gehen zurück – Aber Potenzial nach unten bleibt laut ADAC ungenutzt

In den vergangenen Tagen haben sich die Zapfsäulen gegenüber Autofahrerinnen und Autofahrern wieder etwas freundlicher gezeigt – speziell die, die Diesel tanken. Die neuesten Erhebungen des ADAC zeigen: Während Diesel um satte 9,1 Cent pro Liter günstiger wurde, liegt auch Super E10 gut 5 Cent unter dem Stand der Vorwoche. Dennoch sieht der Autoclub weiteren Spielraum für Preisnachlässe.

heute 13:27 Uhr | 1 mal gelesen

Interessanterweise folgt der Spritpreis erneut nicht in vollem Maße den Entwicklungen auf dem Ölmarkt. Durch einen nachlassenden Rohölpreis – ausgelöst auch durch die Aussicht auf ein Nahost-Friedensabkommen sowie den freien Transit durch die Straße von Hormus – kostet ein Barrel Brent aktuell um die 79 Dollar. Das ist verglichen mit der Vorwoche ein Rückgang um rund 12 Dollar. Laut ADAC wären, basierend auf diesem Niveau und Vergleichen zurück bis März, deutlich stärkere Preissenkungen an den Tankstellen gerechtfertigt. Damals gab es keinerlei Tankrabattinitiative, sodass die potentiellen Spielräume noch offensichtlicher erscheinen. Wer sparen will, sollte laut einem Tipp des ADAC seinen Tankvorgang möglichst auf die Zeit kurz vor 12 Uhr mittags legen, denn dann sind die Preise meist am niedrigsten. Danach erklimmen sie typischerweise ihren Tageskamm, um später wieder sachte abzusinken. Im April schwankten die Tagespreise bei E10 im Schnitt um 14,6 Cent, bei Diesel gar um knackige 18,4 Cent pro Liter. Wer wissen will, wo genau das Tanken gerade günstig ist, kann mit Apps wie „ADAC Drive“ Vergleichsportale nutzen. Dort sind die Preise von rund 14.000 Zapfsäulen bundesweit gelistet. Mehr Infos zum Thema gibt's bei www.adac.de/tanken.

Die rapide gesunkenen Ölpreise infolge geopolitischer Entspannung und der Öffnung kritischer Handelswege schlagen zwar auf die Tankstellen durch, jedoch weniger stark als theoretisch möglich wäre. Nach Ansicht des ADAC könnten die Verbraucherinnen und Verbraucher angesichts des niedrigen Ölpreisniveaus sogar noch stärker beim Tanken entlastet werden – ein gewisser Unmut über zu hohe Margen der Mineralölkonzerne schwingt mit. Aktuelle Berichte aus dem Netz bestätigen zudem, dass nicht nur der Weltmarkt, sondern auch Steuern, Wechselkurse und die Preisgestaltung der Tankstellenbetreiber eine gewichtige Rolle bei der tatsächlichen Preisentwicklung an der Zapfsäule spielen. Zusätzlich berichten verschiedene Medien (u.a. SPIEGEL und taz), dass aktuelle Unsicherheiten auf den globalen Märkten nach wie vor weiterhin für kurzfristige Preisschwankungen sorgen können. Überdies kann der Preisvergleich zwischen Tankstellen angesichts der weiterhin bestehenden regionalen Unterschiede weiterhin bares Geld sparen. Laut taz und anderen Quellen bewegt sich Deutschland im EU-weiten Kostenvergleich nach wie vor „im oberen Mittelfeld" – was auch an Steuern und Abgaben liegen dürfte.

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