Frank Werneke, der Chef von Verdi, schlug am Mittwoch deutliche Töne an: Er berichtete von einer teils hitzigen Stimmung bei den Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder. Der Mangel an Personal, nicht besetzte Stellen und die wachsende Belastung drücken offensichtlich aufs Gemüt – das ist längst kein Geheimnis mehr. Während die Angestellten beim Bund und den Kommunen besser verdienen, spüren die Länderbeschäftigten laut Verdi nicht nur, dass sie abgehängt werden, sondern sehen es auch auf dem Gehaltszettel.
Nun stehen erneut Tarifgespräche in Potsdam an. Es geht um etwa 2,2 Millionen Menschen, die im öffentlichen Dienst der Bundesländer arbeiten – davon fast eine Million klassische Arbeitnehmer. Schon jetzt sind Warnstreiks an Unis und Kliniken, auf Bühnen und in anderen Bereichen im Gange. Interessanterweise hob Werneke hervor, dass die Reallöhne (also inflationsbereinigt) immer noch auf dem Niveau von 2019 herumdümpeln, obwohl die Länder im Vorjahr ihre Einnahmen um stolze 5,2 Prozent steigern konnten. Ein Widerspruch? Zumindest ein Zündstoff.
Zu den Forderungen: Sieben Prozent mehr im Monat will Verdi durchsetzen, mindestens aber 300 Euro zusätzlich für die, die gering verdienen. Die Nachwuchskräfte sollen obendrein ein Plus von 200 Euro pro Monat erhalten, am besten auf Dauer übernommen werden. Bürokratisch klingt das alles nicht, sondern durchaus nach dem Versuch, den eigenen Beruf wieder attraktiver zu machen – denn der öffentliche Dienst steht leider längst nicht mehr ganz oben auf der Wunschliste vieler Berufseinsteiger.
Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und den Bundesländern spitzen sich zu: Es geht um die Bezahlung von rund 2,2 Millionen Beschäftigten, deren Löhne in den letzten Jahren im Vergleich zu Preissteigerungen und Verdiensten bei Bund und Kommunen ins Hintertreffen geraten sind. Warnstreiks an Bildungseinrichtungen, Theatern und Kliniken verdeutlichen den Druck, den die Gewerkschaft aufbaut, während sich die Arbeitgeberseite bislang zurückhaltend zeigt. Hinter den Kulissen scheint zudem in mehreren Bundesländern die Sorge zu wachsen, qualifiziertes Personal dauerhaft zu verlieren – nicht zuletzt, weil freie Stellen für viele kaum noch attraktiv wirken.
Neue Details aus aktuellen Medien: Der Konflikt erhält besonderen Zündstoff durch jüngste Auswertungen, nach denen die finanzielle Lage in einigen Ländern besser ist als von früheren Einsprachen der Arbeitgeber dargestellt. Es zeichnet sich ab, dass vor allem junge Beschäftigte und Menschen in unteren Gehaltsgruppen besonders für die Warnstreiks mobilisiert werden – ein Signal für tieferliegende Unzufriedenheit und den Wunsch nach grundlegenden Veränderungen.