Mittwochvormittag, kühle Tasse Kaffee, und dann diese Nachricht: Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldet für das dritte Quartal 2025 eine merkliche Steigerung der Schulden von Bund, Ländern, Gemeinden, Gemeindeverbänden und Sozialversicherungen. Insgesamt beläuft sich der Schuldenberg gegenüber dem sogenannten nicht-öffentlichen Bereich – also Banken, anderen Unternehmen und privaten Wirtschaftsakteuren – nun auf 2.608,8 Milliarden Euro.
Der größte Anteil entfällt und bleibt bei der Bundesebene: Ende September 2025 steht der Bund mit 1.808,4 Milliarden Euro in der Kreide, rund 44 Milliarden Euro mehr als noch im zweiten Quartal. Interessant (oder beunruhigend?) dabei: Das Sondervermögen "Bundeswehr" schießt um 17,4 Prozent nach oben – da spielen sicher geopolitische und innenpolitische Spannungen eine nicht unwesentliche Rolle. Die Schulden der Länder steigen moderater, um 0,7 Prozent auf insgesamt 613,9 Milliarden Euro. Und so nebenbei: Baden-Württemberg schießt mit einem Plus von 8,7 Prozent den Vogel ab, was unter anderem auf eine satte Kapitalerhöhung beim Energieversorger EnBW zurückzuführen ist. Ähnlicher Trend mit kleinerer Schlagzahl in Hessen und Brandenburg.
Auf der anderen Seite finden sich Lichtblicke: In Niedersachsen, Saarland und Schleswig-Holstein sinken die Schulden—meist, weil keine neuen Kredite aufgenommen wurden oder amtliche Rückzahlungen planmäßig über die Bühne gingen. Ebenfalls bemerkenswert: Auch die Kommunen haben ihre Verpflichtungen erhöht, besonders in Baden-Württemberg (+13 Prozent) und Bayern. Thüringen indes – erstaunlich konstant – fährt als einziges Land im dritten Quartal erneut einen Rückgang ein.
Die Sozialversicherung spielt im Konzert der großen Zahlen nur noch im Hintergrund eine Rolle: Sie verringert ihre Verbindlichkeiten um ein paar Milliönchen – minus 1,7 Prozent. Wie man das findet? Kommt drauf an, ob man Optimist, Realist oder eben einfach müde am Schreibtisch sitzt.
Die Verschuldung der öffentlichen Hand in Deutschland wächst im dritten Quartal 2025 signifikant weiter. Haupttreiber ist neben erhöhten Ausgaben des Bundes (u.a. für die Bundeswehr) auch ein steigender Kreditbedarf einzelner Bundesländer – Baden-Württemberg sticht wegen einer Finanzierung für EnBW hervor. Insgesamt könnten die wachsenden Schulden mittelfristig zu intensiveren Debatten um die Schuldenbremse, Zinspolitik und finanzpolitische Spielräume führen: Bundesfinanzminister Christian Lindner bekräftigte jüngst die Notwendigkeit von Priorisierungen bei künftigen Haushalten, da laut aktuellen Medienberichten auch strukturelle Herausforderungen – etwa Energiewende, Alterung der Gesellschaft oder Krisenausgaben – die Schuldenentwicklung belasten. Aus einer aktuellen Analyse der Süddeutschen Zeitung geht hervor, dass Bund und Länder angesichts zurückgehender Wirtschaftsleistung und steigender Zinskosten gezwungen sein werden, Ausgaben neu zu bewerten und an den Schuldenregeln festzuhalten, während zugleich Sozialausgaben und Verteidigungsausgaben steigen. Die Frankfurter Allgemeine zeigt zudem, dass gerade der kräftige Zuwachs bei Spezialvermögen (wie dem für die Bundeswehr) mittelfristigen finanziellen Spielraum weiter verengt und die Haushaltspolitik auf eine Geduldsprobe stellt. Unterdessen warnen Stimmen aus Landesregierungen laut Der Spiegel vor finanziellen Engpässen auf kommunaler Ebene, insbesondere durch Investitionsstau und steigende Sozialausgaben, sodass schon Sparrunden für 2026 diskutiert werden.