Wählerumfrage: AfD behauptet Vorsprung, Merz erlebt weiterhin Akzeptanz-Tief

Auch nach neuen politischen Versprechen der Regierung kann die AfD bei den Befragten ihren Spitzenplatz halten – die Zufriedenheit mit Oppositionschef Merz bleibt hingegen im Keller.

heute 14:00 Uhr | 3 mal gelesen

Die neuesten Zahlen aus dem Forsa-Politbarometer für RTL und ntv zeigen: Die AfD liegt weiterhin mit stabilen 26 Prozent vor der Union, die bei 24 Prozent festhängt. Überraschungsarm, obwohl es zuletzt einige politische Entlastungen und Reformansätze gab – zumindest waren solche Schlagzeilen zu lesen. Kurios: Die Grünen kommen auf 15 Prozent, SPD auf 12 Prozent, dicht gefolgt von der Linken mit immerhin 11 Prozent. Die FDP mit ihren mageren vier Prozent dümpelt gerade noch über der Wahrnehmungsgrenze. Doch ein anderer Wert springt ins Auge: Sage und schreibe 26 Prozent der Befragten gehören aktuell zu den Nichtwählern oder Unentschlossenen – dieser Anteil ist deutlich höher als noch bei der Bundestagswahl vor ein paar Jahren. Und Kanzler Merz? Der hat ein echtes Problem. Satte 80 Prozent der Deutschen zeigen sich unzufrieden mit seiner Arbeit als Kanzler, lediglich 18 Prozent äußern Zustimmung. So wenig Rückhalt gab es für einen Regierungschef in solchen Umfragen selten. Auch beim Thema Problemlösungskompetenz herrscht Trübsal. Die Union und die AfD verlieren je einen Punkt (nun 14 bzw. 13 Prozent). Die Grünen bleiben unverändert bei 8 Prozent, Linke bei 5 und die SPD bei bescheidenen 4 Prozent. Das liest sich ernüchternd, besonders da 54 Prozent mittlerweile keiner Partei zutrauen, die Herausforderungen des Landes zu meistern. Ein bisschen Ratlosigkeit in Zahlen gegossen, wenn man ehrlich ist. Erhoben wurden die Zahlen vom 14. bis 20. April 2026, mit insgesamt 2.502 Befragten. So viel zur Momentaufnahme – wie belastbar sie ist, bleibt wie immer offen.

Die neuen Ergebnisse der Forsa-Umfrage unterstreichen nicht nur die anhaltende Stärke der AfD in der aktuellen politischen Landschaft, sondern auch ein verbreitetes Misstrauen und Unzufriedenheit gegenüber den etablierten Parteien und deren Führungspersonal – vor allem Kanzler Merz steht so schlecht da wie nie zuvor. Mit einem historisch hohen Anteil an Nichtwählern und Unentschlossenen scheint die Orientierungslosigkeit oder auch Politikverdrossenheit weiter zuzunehmen; konkrete Reformaktionen oder politische Programme der Regierung konnten diesen Trend bisher nicht bremsen. Ergänzend zeigen Analysen der letzten Tage, dass die Debatten rund um Inflation, Migration und das Verhältnis zu Europa die Parteienlandschaft weiterhin massiv polarisieren. Nachrecherchiert: Viele Bürger sehen bei keiner Partei mehr wirklich Lösungen für die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Spannungen, was das Klima in politischen Talkshows und im Diskurs ablesen lässt. Bei SpiegelOnline wurde etwa diskutiert, wie die wachsende Unzufriedenheit im Osten Deutschlands noch stärker zur Differenz steigt, während in der FAZ intensiv über mögliche Strategien zur Stärkung der politischen Mitte berichtet wurde; zudem zeigt taz, dass die Protestwähler-Tendenzen in ländlichen Regionen weiter zunehmen.

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